en es de

Codex Alimentarius - Ökolebensmittel

Richtlinien des Codex Alimentarius für die Produktion, Verarbeitung, Kennzeichnung und Vermarktung von ökologisch erzeugten Lebensmitteln
Druckversion
Dieses Dokument wurde ursprünglich als Guidelines for the Production, Processing, Labelling and Marketing of organically produced Foods veröffentlicht. Diese deutsche Übersetzung wurde vom Bundesamt für Landwirtschaft und Ernährung beauftragt. Im Falle von Abweichungen ist das Ursrpungsdokument maßgeblich.

VORWORT

  
1) Diese Richtlinien sind mit dem Ziel erarbeitet worden, einen gemeinsamen Ansatz für die Vorschriften zu finden, die der Erzeugung Lebensmitteln in ökologischer Wirtschaftsweise sowie ihrer Kennzeichnung und ihren Claims zugrunde liegen.
2) Ziele dieser Richtlinien sind:
  • Verbraucher vor Täuschung und Betrug beim Einkaufen und vor unbegründeten Werbeaussagen zu schützen;
  • Erzeuger ökologischer Produkte vor der irreführenden Darstellung anderer Landwirtschaftsprodukte als ökologisch erzeugt zu schützen;
  • zu sichern, dass alle Stufen von Erzeugung, Aufbereitung, Lagerung, Transport und Vermarktung Kontrollen unterliegen und im Einklang mit diesen Richtlinien stehen;
  • die Festlegungen für die Erzeugung, Zertifizierung, Identifizierung und Kennzeichnung ökologisch erzeugter Produkte zu harmonisieren;
  • internationale Richtlinien für Kontrollsysteme ökologisch erzeugter Lebensmittel aufzustellen, um die Anerkennung nationaler Systeme als für Importzwecke gleichwertig zu erleichtern und
  • in jedem Land eine ökologisch betriebene Landwirtschaft zu erhalten und zu stärken und so zum lokalen und globalen Umweltschutz beizutragen.
3) In diesem Stadium sind die Richtlinien ein erster Schritt hin zu einer offiziellen internationalen Harmonisierung der Vorschriften für ökologische Erzeugnisse im Hinblick auf Produktions- und Vermarktungsstandards, Festlegungen von Kontrollen und Kennzeichnungspflichten. Auf diesem Gebiet ist die Erfahrung mit der Entwicklung solcher Standards und ihrer Umsetzung noch sehr begrenzt. Zudem ist die Wahrnehmung einer ökologischen Wirtschaftsweise durch die Verbraucher in einzelnen, aber wichtigen Bestimmungen weltweit regional unterschiedlich. Daher gilt für das jetzige Stadium:
  • die Richtlinien sind ein nützliches Instrument, das den Ländern hilft, nationale Regularien für die Erzeugung, Vermarktung und Kennzeichnung ökologischer Lebensmittel zu entwickeln;
  • die Richtlinien müssen regelmäßig weiterentwickelt und aktualisiert werden, um dem technischen Fortschritt und den Erfahrungen mit ihrer Umsetzung Rechnung zu tragen;
  • die Richtlinien behindern nicht die Umsetzung restriktiverer Auffassungen und konkreterer Regeln durch die Mitgliedsländer, um ihre Glaubwürdigkeit bei den Verbrauchern zu wahren und betrügerische Praktiken abzuwenden und diese Regeln auch auf Erzeugnisse aus anderen Ländern anzuwenden, die nach diesen restriktiveren Bestimmungen gleichwertig sein müssen.
4) Diese Richtlinien legen die Grundsätze ökologischer Erzeugung für die Stufen des Anbaus, der Aufbereitung, Lagerung, des Transports, der Kennzeichnung und Vermarktung fest und machen Angaben zu einem vertretbaren zulässigen Eintrag von Düngemitteln und Bodenverbesserern, Bekämpfung von Pflanzenschädlingen und –erkrankungen und zu Lebensmittelzusatzstoffen und Verarbeitungshilfsstoffen. Bei der Kennzeichnung ist die Verwendung von Begriffen, die darauf schließen lassen, dass ökologische Erzeugungsmethoden eingesetzt wurden, auf Produkte beschränkt, die aus Betrieben kommen, die unter der Kontrolle einer Zertifizierungsstelle oder –behörde arbeiten.
5) Ökologischer Landbau ist eine aus dem breiten Spektrum der Methoden, die die Umwelt schützen. Eine ökologische Wirtschaftsweise basiert auf spezifischen, konkreten Produktionsstandards, deren Ziel optimale Agroökosysteme sind, die sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltig wirken. Begriffe wie „biologisch“ und „ökologisch“ werden auch in dem Bestreben verwendet, das System des ökologischen Landbaus klarer zu beschreiben. Die Vorschriften für ökologisch erzeugte Lebensmittel unterscheiden sich von denen für andere landwirtschaftliche Erzeugnisse darin, dass die Produktionsverfahren selbst immanenter Bestandteil der Identifizierung und Kennzeichnung und des Claims solcher Produkte sind.
6) „Ökologisch erzeugt“ ist eine Kennzeichnung, die Produkte bezeichnet, die gemäß den Standards ökologischer Erzeugung hergestellt und durch eine ordnungsgemäß eingesetzte Zertifizierungsstelle oder –behörde zertifiziert wurden. Ökologischer Landbau basiert auf der Minimierung von Fremdzufuhr und vermeidet den Einsatz von Kunstdüngern und Pestiziden. Ökologischer Landbau kann aufgrund der allgemeinen Umweltverschmutzung nicht sichern, dass Erzeugnisse gänzlich rückstandsfrei sind. Dennoch kommen Methoden zum Einsatz, die die Verschmutzung von Luft, Boden und Wasser minimieren. Personal, das mit ökologisch erzeugten Lebensmitteln umgeht, Verarbeiter und Händler bekennen sich zu Standards, die die Ganzheitlichkeit von Produkten des ökologischen Landbaus wahren. Oberstes Ziel des ökologischen Landbaus ist es, Gesundheit und Produktivität von in Wechselbeziehungen lebenden Gemeinschaften von Bodenorganismen, Pflanzen, Tieren und Menschen zu verbessern.
7) Ökologischer Landbau ist ein ganzheitliches System des Produktionsablaufs, das die Gesundheit des Agroökosystems fördert und stärkt und Artenvielfalt, Lebenszyklen und bodenbiologische Aktivität umfasst. Er setzt vorzugsweise auf Bodenbearbeitung statt auf Fremdzufuhr, wobei zu berücksichtigen ist, dass regionale Bedingungen lokal angepasste Systeme erfordern. Das geschieht dadurch, dass wo immer möglich biologische und mechanische Methoden und bestimmte Kulturen genutzt werden anstelle von synthetischen Substanzen, um eine bestimmte Aufgabe innerhalb des Systems zu erfüllen. Eine ökologische Wirtschaftsweise sorgt dafür, dass
a) die Artenvielfalt im ganzen System gefördert wird;
b) die bodenbiologische Aktivität erhöht wird;
c) die Bodenfruchtbarkeit langfristig erhalten bleibt;
d) Abfälle pflanzlichen und tierischen Ursprungs in den Kreislauf zurückgeführt werden, um dem Land Nährstoffe zurückzugeben und so den Einsatz nichterneuerbarer Ressourcen auf ein Minimum zu reduzieren;
e) in lokal organisierten landwirtschaftlichen Systemen auf erneuerbare Ressourcen gesetzt wird;
f) eine gesunde Nutzung von Boden, Wasser und Luft gefördert wird und dabei alle Formen ihrer Verschmutzung minimiert werden, die aus der Landwirtschaft kommen könnten;
g) Agrarprodukte sorgsam verarbeitet werden, damit das organische Ganze und die vitalen Eigenschaften des Produktes in allen Phasen erhalten bleiben;
h) dass sie sich nach einer Umstellungszeit, deren Dauer durch ortspezifische Faktoren bedingt ist, wie Historie des Landes und Art der anzubauenden Pflanzen und zu haltenden Tieren, in allen Landwirtschaftsbetrieben durchsetzt.
8) Der enge Kontakt zwischen Verbraucher und Produzent ist eine seit langem geübte Praxis. Die größere Nachfrage, das zunehmende wirtschaftlicher Interesse an der Produktion und die wachsende Distanz zwischen Produzent und Verbraucher hat die Einführung externer Kontroll- und Zertifizierungsverfahren angeregt.
9) Integraler Bestandteil der Zertifizierung ist die Kontrolle des ökologischen Betriebssystems. Die Zertifizierung des Betriebes basiert hauptsächlich auf einer jährlich zu erarbeitenden Beschreibung des Landwirtschaftsbetriebes, die der Betreiber in Zusammenarbeit mit der Kontrollbehörde erstellt. Auch für die Verarbeitung wurden Standards entwickelt, auf deren Grundlage die Verarbeitungsvorgänge und die Betriebsbedingungen kontrolliert und überwacht werden können. Führt die Zertifizierungsstelle oder – behörde die Kontrolle durch, muss es eine klare Trennung zwischen der Inspektionsfunktion und der Zertifizierungsfunktion geben. Zur Wahrung ihrer Integrität müssen Zertifizierungsstellen oder – behörden, die die Verfahren des Betreibers zertifizieren, unabhängig von wirtschaftlichen Interessen im Hinblick auf die Zertifizierung des Betriebsinhabers sein.
10) Abgesehen von einem kleinen Teil landwirtschaftlicher Erzeugnisse, die direkt ab Hof an die Verbraucher verkauft werden, finden die meisten Produkte ihren Weg zum Verbraucher über die etablierten Handelskanäle. Um irreführende Praktiken am Markt auf ein Minimum zu reduzieren, sind spezielle Maßnahmen erforderlich, um zu sichern, dass Handel und Verarbeitungsunternehmen wirksam auditiert werden können.
Daher verlangt die Regulierung eines Verfahrens – mehr noch als beim Endprodukt – das verantwortungsbewusste Handeln aller beteiligten Parteien.
11) Importbestimmungen müssen auf den Grundsätzen von Äquivalenz und Transparenz beruhen, wie in den Principles for Food Import and Export Inspection and Certification (Grundsätze für Überwachungs- und Zertifizierungssysteme für Lebensmitteleinfuhren und -ausfuhren) dargelegt. Wenn Länder Einfuhren ökologisch erzeugter Produkte zulassen, bewerten sie zumeist die im Ausfuhrland geltenden Überwachungs- und Zertifizierungsverfahren und Standards.
12) Da sich der ökologische Landbau kontinuierlich erweitert und sich die ökologischen Grundsätze und Standards mit Hilfe dieser Richtlinien weiterentwickeln, wird das Codex-Komitee für Lebensmittelkennzeichnung (CCFL) diese Richtlinien regelmäßig überarbeiten. Das CCFL eröffnet dieses Revisionsverfahren, indem es die Regierungen der Mitgliedsländer und internationale Organisationen auffordert, dem CCFL vor jeder Sitzung Änderungsvorschläge für diese Richtlinien zu unterbreiten.

Abschnitt 1 Geltungsbereich

1.1) Diese Richtlinien gelten für folgende Produkte, die eine beschreibende Kennzeichnung tragen oder tragen sollen, die sich auf ökologische Erzeugung bezieht:
a) unverarbeitete Pflanzen und Pflanzenprodukte, Tiere und tierische Erzeugnisse in dem Umfang, in dem die Grundsätze der Produktion und spezielle Überwachungsregelungen dafür in den Anhängen 1 und 3 dargestellt sind, und
b) für den Verzehr bestimmte verarbeitete pflanzliche und tierische Erzeugnisse aus (a).
1.2) Ein Erzeugnis gilt als mit Angaben zu ökologischen Erzeugungsmethoden versehen, wenn in der Etikettierung oder den Claims, einschließlich Werbematerial oder Handelsunterlagen, das Produkt oder seine Zutaten mit den Begriffen „organisch“, „biodynamisch“, „biologisch“, „ökologisch“ oder ähnlichen Worten, einschließlich Diminutive, beschrieben wird, die in dem Land, in dem das Produkt auf den Markt gebracht wird, den Käufer vermuten lassen, dass das Produkt oder seine Zutaten durch ökologische Wirtschaftsweise erzeugt wurden.
1.3) Absatz 1.2 gilt nicht, wenn diese Begriffe klar in keinem Zusammenhang mit der Erzeugungsmethode stehen.
1.4) Diese Richtlinien gelten unbeschadet sonstiger Bestimmungen der der Codex-Alimentarius-Kommission (CAC), die die Erzeugung, Aufbereitung, Vermarktung, Kennzeichnung und Kontrolle der Produkte gemäß Abs. 1.1 regeln.
1.5) Alles Material und/oder Erzeugnisse aus gentechnisch veränderten Mikroorganismen (GMO/GVO) sind nicht mit den Prinzipien ökologischer Wirtschaftsweise vereinbar (weder der Anbau noch die Herstellung oder Verarbeitung) und fallen daher nicht unter diese Richtlinien.

Abschnitt 2 Beschreibung und Definitionen

Unterabschnitt 2.1 Beschreibung

Lebensmittel dürfen nur Hinweise auf ökologische Wirtschaftsweise tragen, wenn sie aus dem ökologischen Landbau kommen, der Methoden nutzt, die Ökosysteme erhalten wollen, um eine nachhaltige Produktivität zu erzielen, und der Unkraut, Schädlingsbefall und Krankheiten mit einer vielfältigen Mischung aus sich wechselseitig bedingenden Lebensformen bekämpft, tierische und Pflanzenreststoffe in den Kreislauf zurückführt, selektiven Pflanzenbau mit Fruchtfolgewechsel betreibt, wasserwirtschaftlich arbeitet, den Boden kultiviert und bearbeitet. Die Fruchtbarkeit des Bodens wird durch ein System gewahrt und erhöht, das die bodenbiologische Aktivität und die physikalischen und mineralischen Bestandteile des Bodens optimiert, um so eine ausgeglichene Nährstoffzufuhr für Pflanzen und Tiere zu erzielen und die Ressourcen des Bodens gleichermaßen zu erhalten. Die Produktionsweise muss auf Nachhaltigkeit zielen, indem als wesentlicher Teil der Düngestrategie Pflanzennährstoffe in den Kreislauf zurückgeführt werden. Schädlinge und Pflanzenkrankheiten lassen sich bekämpfen, indem eine ausgeglichene Parasit-Wirt-Beziehung gefördert, die Zahl der Nutzinsektenpopulationen vergrößert, Bekämpfung auf biologischem Weg und durch andere Kulturen betrieben und Ungeziefer und geschädigte Pflanzenteile mechanisch entfernt werden. Die Grundlage für ökologische Tierhaltung ist die Entfaltung einer harmonischen Beziehung zwischen Boden, Pflanzen und Tieren sowie die Achtung der physiologischen und verhaltensbedingten Bedürfnisse der Tiere. Das wird durch eine Kombination von Bereitstellung von qualitativ gutem, ökologisch erzeugtem Futter erreicht, angemessener Besatzdichte, Tierhaltungssystemen, die für die verhaltensbedingten Bedürfnisse geeignet sind, Umgang mit den Tieren, der Stress minimiert und Gesundheit und Wohlergehen der Tiere zu fördern sucht, Vorbeugung von Krankheiten und Vermeidung der Anwendung chemisch-synthetischer allopathischer Tierarzneimittel (einschließlich Antibiotika).

Unterabschnitt 2.2 Definitionen

Für die Zwecke dieser Richtlinien: 
Agrarprodukte/Erzeugnisse landwirtschaftlichen Ursprungs: alle Produkte oder Erzeugnisse, roh oder verarbeitet, die für den Verzehr oder als Futter vermarktet werden (ausgenommen Wasser, Salz und Zusatzstoffe).
Audit: eine systematische und in der Funktion unabhängige Prüfung um festzustellen, ob Aktivitäten und ihre Ergebnisse mit den geplanten Zielsetzungen übereinstimmen.
Zertifizierung: Verfahren, durch das offizielle Zertifizierungsstellen oder offiziell anerkannte Zertifizierungsstellen eine schriftliche oder äquivalente Versicherung abgeben, dass Lebensmittel oder Lebensmittelkontrollsysteme den Vorschriften entsprechen. Die Zertifizierung von Lebensmitteln kann, soweit erforderlich, auf einer Reihe von Überwachungsaktivitäten basieren, die die kontinuierliche Online-Kontrolle, das Auditieren der Qualitätssicherungssysteme und die Untersuchung der Endprodukte umfassen kann.
Zertifizierungsstelle: Institution, die dafür verantwortlich ist zu prüfen, dass ein Erzeugnis, das als „ökologisch" verkauft oder etikettiert ist, im Einklang mit diesen Richtlinien erzeugt, verarbeitet, zubereitet, abgefertigt und importiert wird.
Zuständige Behörde: offizielle Regierungsinstanz, die zuständig ist.
Gentechnisch veränderte Organismen: Folgende vorläufige Definition gilt für gentechnisch veränderte Organismen. Gentechnisch veränderte Organismen und deren Produkte werden mit Techniken hergestellt, durch die das genetische Material auf eine Weise verändert wurde, wie sie unter natürlichen Bedingungen durch Kreuzen oder natürliche Rekombination nicht vorkommt
Techniken der genetischen Modifikation: umfassen, sind aber nicht begrenzt auf, rekombinante DNA, Zellfusion, Mikro- und Makroinjektion, Verkapselung, Gendeletion und Genverdopplung. Gentechnisch veränderte Organismen schließen keine Organismen ein, die das Ergebnis von Techniken wie Konjugation, Transduktion und Hybridisierung sind.
Zutaten: alle Stoffe, einschließlich Lebensmittelzusatzstoffe, die für die Herstellung oder Zubereitung eines Lebensmittels verwendet werden und im Endprodukt, wenngleich möglicherweise in modifizierter Form, vorhanden sind.
Überwachung: die Untersuchung von Lebensmitteln oder Systeme für die Kontrolle von Lebensmitteln, Rohstoffen, Verarbeitung und Vertrieb einschließlich Probenahme während der Verarbeitung und beim Fertigprodukt, um ihre Konformität mit den Vorschriften festzustellen. Bei ökologisch erzeugten Lebensmitteln umfasst die Überwachung die Untersuchung des Erzeugungs- und Verarbeitungssystems.
Kennzeichnung: alles Geschriebene, Gedruckte oder graphisch Dargestellte auf dem Etikett, dem Lebensmittel beigelegt oder in der Nähe des Lebensmittels sichtbar angebracht, einschließlich für die Zwecke der Verkaufsförderung oder Entsorgung.
Tiere: alle Haustiere oder domestizierten Tiere, einschließlich Rinder (einschließlich Büffel und Bisons), Schafe, Schweine, Ziegen, Equidae, Geflügel und Bienen, die für Nahrungszwecke oder zur Herstellung von Lebensmitteln gehalten werden. Die Erzeugnisse aus der Jagd oder dem Fischfang von Wildtieren gelten nicht als Teil dieser Definition.
Marketing: Bereitstellung für den Verkauf oder Auslage für den Verkauf, zum Verkauf anbieten, verkaufen, beliefern oder jede andere Form des auf den Markt Bringens.
Offizielle Akkreditierung: Verfahren, durch das eine zuständige Regierungsstelle die Kompetenzen einer Überwachungs- und/oder Zertifizierungsstelle, die Leistungen der Überwachung und Zertifizierung erbringt, förmlich anerkennt Hinsichtlich der ökologischen Wirtschaftsweise kann die zuständige Behörde die Akkreditierungsfunktion an eine private Stelle delegieren.
Offiziell anerkannte Überwachungssysteme/offiziell anerkannte Zertifizierungssysteme: sind solche, die von der zuständigen Regierungsstelle förmlich genehmigt oder anerkannt wurden.
Betriebsinhaber: alle Personen, die Erzeugnisse gemäß Abschnitt 1.1 erzeugen, aufbereiten oder importieren, um sie dann zu vermarkten, oder die derartige Erzeugnisse vermarkten.
Pflanzenschutzmittel: alle Stoffe zur Vorbeugung, zum Zerstören, Anziehen, Abweisen oder Bekämpfen von Schädlingen oder Krankheit, einschließlich unerwünschter Tier- oder Pflanzenarten während der Erzeugung, Lagerung, des Transports, des Vertriebs und der Verarbeitung von Lebensmitteln, Agrarprodukten oder Tierfutter.
Zubereitung: Schlachten, Verarbeiten, Konservieren und Verpacken von Agrarprodukten und auch Änderungen des Etiketts, die die Darstellung der ökologischen Betriebsweise betreffen
Erzeugung: Arbeitsschritte zur Abgabe von Agrarprodukten in dem Zustand, in dem sie im Landwirtschaftsbetrieb vorkommen, einschließlich der Erstverpackung und Etikettierung des Produktes.
Tierarzneimittel: alle Stoffe, die bei Lebensmittel erzeugenden Tieren, wie fleisch- oder milchgebenden Tieren, Geflügel, Fisch oder Bienen angewandt oder verabreicht werden, ob für therapeutische, prophylaktische oder diagnostische Zwecke oder zur Modifikation physiologischer Funktionen oder des Verhaltens.

Abschnitt 3 Kennzeichnung und Claims

Allgemeine Bestimmungen


3.1) Ökologische Erzeugnisse müssen im Einklang mit dem Codex-Standard für Kennzeichnung von verpackten Lebensmitteln (Codex General Standard for the Labelling of Prepackaged Foods) etikettiert werden.
3.2) Die Kennzeichnung und die Claims eines Produkte gemäß Abschnitt 1.1. (a) dürfen nur dann auf ökologische Wirtschaftsweise Bezug nehmen, wenn
a) solche Angaben klar ausweisen, dass sie sich auf eine Methode der Agrarproduktion beziehen;
b) das Produkt im Einklang mit den Vorschriften gemäß Abschnitt 4 erzeugt oder gemäß den Vorschriften aus Abschnitt 7 importiert wurde;
c) das Produkt durch einen Betriebsinhaber erzeugt oder importiert wurde, der den Überwachungsmaßnahmen gemäß Abschnitt 6 unterliegt, und
d) die Kennzeichnung auf den Namen und/oder die Codenummer der offiziell anerkannten Überwachungs- oder Zertifizierungsstelle verweist, der der Betriebsinhaber, der die Produkte erzeugt oder den letzten Verarbeitungsschritt ausführt, untersteht.
3.3) Die Kennzeichnung und die Claims eines Produkte gemäß Absatz 1.1. (b) dürfen nur dann auf ökologische Wirtschaftsweise Bezug nehmen, wenn
a) solche Angaben klar ausweisen, dass sie sich auf eine Methode der Agrarproduktion beziehen und mit dem Namen des betreffenden Agrarproduktes verbunden sind, sofern nicht diese Angaben deutlich in der Zutatenliste gemacht werden;
b) alle Zutaten landwirtschaftlichen Ursprungs des Produktes Erzeugnisse sind - oder aus ihnen hergestellt wurden - , die im Einklang mit den Vorschriften gemäß Abschnitt 4 erzeugt oder gemäß den Vorschriften aus Abschnitt 7 importiert wurden;
c) das Produkt keinerlei Zutaten nichtagrarischen Ursprungs enthält, die nicht in Anhang 2, Tabelle 3, aufgelistet sind;

Anhänge

Titel Kurzbeschreibung Aktionen
Tabelle 3 Bestandteile nichtagrarischen Ursprungs gemäß Abschnitt 3 dieser Richtlinien Download
d) dieselben Zutaten nicht aus ökologischer und nicht-ökologischer Quelle kommen;
e) das Produkt oder seine Zutaten während der Zubereitung nicht Behandlungen unterzogen wurden, bei denen ionisierende Strahlung oder Stoffe verwendet werden, die nicht in Anhang 2, Tabelle 4, aufgelistet sind;

Anhänge

Titel Kurzbeschreibung Aktionen
Tabelle 4 Verarbeitungshilfsstoffe, die für die Zubereitung von Erzeugnissen landwirtschaftlichen Ursprungs gemäß Abschnitt 3 dieser Richtlinien verwendet werden können Download
f) das Produkt durch einen Betriebsinhaber aufbereitet oder importiert wurde, der den Überwachungsmaßnahmen gemäß Abschnitt 6 dieser Richtlinien unterliegt, und
g) die Kennzeichnung auf den Namen und/oder die Codenummer der offiziellen oder offiziell anerkannten Zertifizierungsstelle oder -behörde verweist, der der Betriebsinhaber, der den letzten Zubereitungsschritt ausgeführt hat, untersteht.
3.4) Abweichend von Absatz 3.3 (b)
  • dürfen bestimmte Zutaten agrarischen Ursprungs, die der Vorschrift in diesem Absatz nicht genügen, in einer Menge von maximal 5 % m/m der Zutaten insgesamt ohne Salz und Wasser im Endprodukt bei der Zubereitung des Produkts gemäß Absatz 1.1 (b) verwendet werden;
  • wo solche Zutaten agrarischen Ursprungs nicht oder nicht in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, gelten die Vorschriften in Abschnitt 4 dieser Richtlinien.
3.5) Bis zu einer künftigen Überarbeitung der Richtlinien gemäß Abschnitt 8 können die Mitgliedsländer bei den Erzeugnissen unter Absatz 1.1 (b), die auf ihrem Territorium vermarktet werden, das Nachstehende in Betracht ziehen:
  • Entwicklung spezieller Kennzeichnungsvorschriften für Erzeugnisse, deren Zutaten zu weniger als 95 % aus agrarischen Bestandteilen bestehen;
  • Berechnung der Anteile gemäß 3.4 (5 %) und 3.5 (95 %) auf der Grundlage der Zutaten agrarischen Ursprungs (anstelle aller Zutaten nur ohne Salz und Wasser);
  • die Produktvermarktung mit einer vorläufigen/Umstellungskennzeichnung, die mehr als eine Zutat agrarischen Ursprungs enthält.
3.6) Bei der Entwicklung der Kennzeichnungsvorschriften für Produkte mit weniger als 95 % ökologisch erzeugter Zutaten gemäß obigem Absatz können Mitgliedsländer speziell folgende Elemente für Produkte in Betracht ziehen, die zwischen 95 % und 70 % ökologischer Zutaten enthalten:
a) das Produkt genügt den Vorschriften aus den Absätzen 3.3 (c), (d), (e), (f) und (g);
b) die Angaben, die sich auf die ökologische Wirtschaftsweise beziehen, dürfen nur auf der Vorderseite als Hinweis auf den ungefähren Prozentsatz der Zutaten insgesamt einschließlich Zusatzstoffe, aber ohne Salz und Wasser;
c) die Zutaten erscheinen in der Zutatenliste in absteigender Folge (Masse/Masse);
d) die Angaben in der Zutatenliste stehen in der gleichen Farbe, der gleichen Schriftart und –größe wie die anderen Angaben in der Zutatenliste.

Etikettieren von Erzeugnissen aus Umstellungsbetrieben

 
Erzeugnisse aus Betrieben, die auf ökologische Wirtschaftsweise umstellen, dürfen erst nach 12 Monaten der Anwendung der ökologischen Wirtschaftsweise als "Hergestellt im Rahmen der Umstellung auf den ökologischen Landbau" gekennzeichnet werden, vorausgesetzt, dass
a) die Vorschriften aus den Absätzen 3.2 und 3.3 vollständig erfüllt sind;
b) die Angaben zur Umstellung den Käufer des Produktes hinsichtlich der Unterschiedes zu Erzeugnissen nicht in die Irre führen, die aus Betrieben/Betriebseinheiten kommen, die die Umstellung vollständig abgeschlossen haben;
c) solche Angabe mit Worten erfolgt wie „Erzeugnis hergestellt im Rahmen der Umstellung auf den ökologischen Landbau" oder ähnlichen Worten oder einem Satz, der von der zuständigen Behörde des Landes, in dem das Erzeugnis vermarktet werden soll, akzeptiert ist, wobei sie in einer Schriftfarbe, -größe und –art erscheinen muss, die nicht auffälliger als die Verkaufsbezeichnung des Produktes ist;
d) Lebensmittel, die aus nur einer Zutat bestehen, im Hauptblickfeld als „hergestellt im Rahmen der Umstellung auf den ökologischen Landbau" gekennzeichnet sein dürfen.
e) die Kennzeichnung den Namen und/oder die Codenummer der offiziellen oder offiziell anerkannten Zertifizierungsstelle oder -behörde nennt, der der Betriebsinhaber, der den letzten Zubereitungsschritt ausgeführt hat, untersteht.

Kennzeichnen von Großhandelsabpackungen

(New block)
3.8) Die Kennzeichnung von Großhandelsabpackungen von Erzeugnissen gemäß Abs. 1.1 muss den Vorschriften in Anhang 3, Abs. 10, entsprechen.

Abschnitt 4 Regelung für Erzeugung und Aufbereitung

4.1) Eine ökologische Wirtschaftsweise verlangt, dass für die Erzeugung von Produkten gemäß Abs. 1.1 (a)
a) mindestens die Herstellungsvorschriften aus Anhang 1 erfüllt werden müssen;
b) falls (a) (oben) nicht effektiv ist, dürfen Stoffe aus den Tabellen 1 und 2 in Anhang 2 oder Stoffe, die in einzelnen Ländern zugelassen sind und die Kriterien aus Abschnitt 5.1 erfüllen, als Pflanzenschutzmittel, Dünger und Bodenverbesserer verwendet werden, soweit diese Anwendung nicht allgemein in der Landwirtschaft des betreffenden Landes aufgrund der geltenden nationalen Bestimmungen verboten ist.

Anhänge

Titel Kurzbeschreibung Aktionen
Tabelle 1 Stoffe für die Düngung und Verbesserung des Bodens Download
Tabelle 2 Stoffe zur Bekämpfung von Pflanzenschädlingen und -krankheiten Download
4.2) Eine ökologische Wirtschaftsweise verlangt, dass für die Aufbereitung von Produkten gemäß Abs. 1.1 (b)
a) mindestens die Verarbeitungsvorschriften aus Anhang 1 erfüllt werden müssen;
b) Stoffe aus den Tabellen 3 und 4 in Anhang 2 oder Stoffe, die in den einzelnen Ländern zugelassen sind und die Kriterien aus Abschnitt 5.1 erfüllen, dürfen als Zutaten nicht-agrarischen Ursprungs oder Verarbeitungshilfsstoffe verwendet werden, sofern diese Verwendung nicht in den entsprechenden nationalen Vorschriften über die Zubereitung von Lebensmitteln und nach der Guten Herstellungspraxis verboten ist.

Anhänge

Titel Kurzbeschreibung Aktionen
Tabelle 4 Verarbeitungshilfsstoffe, die für die Zubereitung von Erzeugnissen landwirtschaftlichen Ursprungs gemäß Abschnitt 3 dieser Richtlinien verwendet werden können Download
Tabelle 3 Bestandteile nichtagrarischen Ursprungs gemäß Abschnitt 3 dieser Richtlinien Download
4.3) Ökologische Erzeugnisse müssen nach den Vorschriften in Anhang 1 gelagert und transportiert werden.
4.4) Abweichend von den Bestimmungen in Abs. 4.1 (a) und 4.2 (a) kann die zuständige Behörde hinsichtlich der Bestimmungen über die tierische Erzeugung in Anhang 1 konkretere Regelungen sowie Abweichungen für die Umsetzungszeiträume schaffen, um eine schrittweise Entwicklung der ökologischen Wirtschaftsweise zu gestatten.

Abschnitt 5 Vorschriften für die Aufnahme von Stoffen in Anhang 2 und Kriterien für die Ausarbeitung von Stofflisten ...

5.1) Mindestens die folgenden Kriterien müssen für die Änderung der Liste der zugelassenen Stoffe aus Abschnitt 4 gelten. Bei Anwendung dieser Kriterien zur Bewertung neuer Stoffe für den Einsatz im ökologischen Landbau müssen die Länder alle geltenden gesetzlichen und ordnungspolitischen Bestimmungen berücksichtigen und sie auf Anfrage anderen Ländern zur Verfügung stellen.
Alle Anträge zur Aufnahme neuer Stoffe in den Anhang 2 müssen folgende allgemeine Kriterien erfüllen:
Sie sind mit den Grundsätzen ökologischen Produzierens konsistent, die in diesen Richtlinien dargelegt sind;
i)  Sie sind mit den Grundsätzen ökologischen Produzierens konsistent, die in diesen Richtlinien dargelegt sind;
ii) der Einsatz des Stoffes ist für den beabsichtigten Zweck nötig/essenziell;
iii) Herstellung, Verwendung und Entsorgung des Stoffes führen nicht zu schädigenden Wirkungen auf die Umwelt oder tragen nicht dazu bei;
iv) sie haben die geringst mögliche negative Wirkung auf die Gesundheit von Mensch und Tier und die Lebensqualität und
v) zulässige Alternativen stehen nicht in ausreichender Menge und/oder Qualität zur Verfügung.
Die oben genannten Maßstäbe sollen als Ganzes bewertet werden, um die Integrität ökologischen Produzierens zu schützen. Zusätzlich sind die folgenden Maßstäbe an den Evaluierungsprozess anzulegen:
a) wenn sie für Düngung und Bodenverbesserung verwendet werden sollen:
  • sie sind essenziell, um die Fruchtbarkeit des Bodens zu erreichen oder zu wahren oder um spezielle Nährstofferfordernisse von Sorten zu erfüllen oder eine spezielle Bodenverbesserung und Fruchtfolge zu erreichen oder zu wahren, die durch Praktiken gemäß Anhang 1 oder andere Produkte gemäß Anhang 2, Tabelle 2, nicht zu erzielen sind, und
  • die Bestandteile müssen pflanzlichen, tierischen, mikrobiellen oder mineralischen Ursprungs sein und können folgende Prozesse durchlaufen: physikalische (z.B. mechanische, thermische), enzymatische, mikrobielle (z.B. Kompostierung, Fermentation); erst wenn die oben genannten Prozesse ausgeschöpft sind, können chemische Verfahren in Betracht gezogen werden, das aber nur für die Extraktion von Träger- und Bindesubstanzen
    und
  • ihre Verwendung darf keine schädigende Wirkung auf das Gleichgewicht des Ökosystems des Bodens oder auf die physikalischen Eigenschaften des Bodens oder der Qualität von Wasser und Luft haben und
  • ihre Verwendung kann auf spezifische Bedingungen, spezifische Regionen oder spezifische Produkte beschränkt werden;

Anhänge

Titel Kurzbeschreibung Aktionen
Tabelle 2 Stoffe zur Bekämpfung von Pflanzenschädlingen und -krankheiten Download
b) wenn sie für die Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten oder Schädlingen und Unkraut verwendet werden:
  • sollten sie essenziell für die Bekämpfung eines schädlichen Organismus oder einer bestimmten Krankheit sein, für die es keine anderen biologischen, physikalischen oder pflanzenzüchterischen Alternativen und/oder wirksame Bearbeitungspraktiken gibt, und
  • ihre Verwendung muss die potenziell schädigende Wirkung auf die Umwelt, die Ökologie (insbesondere Nichtziel-Organismen) und die Gesundheit von Verbrauchern, Nutztieren und Bienen berücksichtigen und
  • die Stoffe müssen pflanzlichen, tierischen, mikrobiellen oder mineralischen Ursprungs sein und können folgende Prozesse durchlaufen: physikalische (z.B. mechanische, thermische), enzymatische, mikrobielle (z.B. Kompostierung, Verdauung);
  • handelt es sich jedoch um Produkte, die unter außerordentlichen Umständen, in Fallen und Dispensern eingesetzt werden, wie Pheromone, die chemisch synthetisiert werden, kommen sie für die Aufnahme in die Listen in Frage, wenn die Produkte nicht in ausreichender Menge in ihrer natürlichen Form zur Verfügung stehen, vorausgesetzt, dass die Bedingungen für ihre Verwendung nicht direkt oder indirekt zu Produktrückständen in den verzehrbaren Teilen führen;
  • ihre Verwendung kann auf spezifische Bedingungen, spezifische Regionen oder spezifische Produkte beschränkt werden;
c) wenn sie als Zusatzstoffe oder Verarbeitungshilfsstoffe für die Zubereitung oder Konservierung von Lebensmitteln verwendet werden:
  • diese Stoffe werden nur eingesetzt, wenn es sich erwiesen hat, dass es ohne den Rückgriff auf sie unmöglich ist:
  • im Falle von Zusatzstoffen Lebensmittel herzustellen oder zu konservieren oder
  • im Falle von Verarbeitungshilfsstoffen Lebensmittel herzustellen, für die keine sonstige Technologie zur Verfügung steht, die diesen Richtlinien genügt;
  • diese Stoffe kommen in der Natur vor und können mechanische/physikalische Prozesse (z.B. Extraktion, Prezipitation), biologische/enzymatische Prozesse und mikrobielle Prozesse (z.B. Fermentation) durchlaufen haben;
  • oder, sollten diese oben genannten Stoffe mit solchen Methoden und Technologien nicht in ausreichender Menge verfügbar sein, können solche Stoffe, die chemisch synthetisiert worden sind, für eine Aufnahme im Falle außerordentlicher Umstände in Betracht gezogen werden;
  • ihre Verwendung wahrt die Echtheit des Produktes;
  • der Verbraucher wird hinsichtlich der Art, der Substanz und der Qualität des Lebensmittels nicht getäuscht;
  • die Zusatzstoffe und Verarbeitungshilfsstoffe mindern nicht die Gesamtqualität des Produktes.
Der Evaluierungsprozess für Stoffe, die in die Listen aufgenommen werden sollen, muss allen Interessengruppen eine Beteiligungsmöglichkeit einräumen.
5.2) Die Länder müssen eine Liste von Stoffen erarbeiten oder zulassen, die die Kriterien gemäß Abschnitt 5.1 erfüllen.

Abschnitt 6 Überwachungs- und Zertifizierungssysteme

6.1) Überwachungs- und Zertifizierungssysteme dienen der Prüfung der Kennzeichnung und Claims von ökologisch erzeugten Lebensmitteln. Die Entwicklung dieser Systeme muss den Principles for Food Import and Export Inspection and Certification (Grundsätze für Überwachungs- und Zertifizierungssysteme für Lebensmitteleinfuhren und –ausfuhren) , der Guideline for the Design, Operation, Assessment and Accreditation of Food Import and Export Inspection and Certification Systems (Richtlinie für den Aufbau, den Betrieb, die Bewertung und Akkreditierung von Überwachungs- und Zertifizierungssystemen für Lebensmitteleinfuhren und –ausfuhren) , Rechnung tragen.
6.2) Die zuständigen Behörden müssen ein Überwachungssystem einrichten, das von einer oder mehreren ausgewiesenen Behörden und/oder offiziell anerkannten Überwachungs-/Zertifizierungs- Stellen betrieben wird, denen die Betriebsinhaber, die Produkte gemäß Abs. 1.1 erzeugen, aufbereiten oder importieren, unterstehen.
6.3) Die offiziell anerkannten Überwachungs- und Zertifizierungssysteme müssen mindestens die Anwendung der Maßnahmen oder sonstiger Vorkehrungen gemäß Anhang 3 umfassen.
6.4) Für den Einsatz des Überwachungssystems, das von der offiziellen oder offiziell anerkannten Zertifizierungsstelle oder –behörde betrieben wird, müssen die Länder eine zuständige Stelle benennen, die für die Zulassung und Beaufsichtigung solcher Stellen verantwortlich ist:
  • die benannte zuständige Behörde kann unter Wahrung ihrer Verantwortung für getroffene Entscheidungen und Handlungen die Bewertung und Beaufsichtigung privater Überwachungs- und Zertifizierungsstellen einer privaten oder öffentlichen dritten Partei übertragen, die nachstehend als von ihr „Beauftragte Stelle“ bezeichnet wird. Als Beauftragte Stelle darf die private oder öffentliche dritte Partei nicht in Überwachungs- und/oder Zertifizierungstätigkeit eingebunden sein;
  • für diese Zwecke kann ein Einfuhrland eine dritte Partei als Akkreditierungsstelle anerkennen, wenn es im Ausfuhrland keine benannte zuständige Behörde und kein nationales Programm gibt.
6.5) Um die Zulassung als offiziell anerkannte Zertifizierungsstelle oder -behörde zu erlangen, muss die zuständige Stelle oder die von ihr Beauftragte Stelle bei ihrer Beurteilung Folgendes berücksichtigen:
a) die einzuhaltenden Standardüberwachungs-/-zertifizierungsverfahren, einschließlich einer genauen Beschreibung der Überwachungs- und Vorsorgemaßnahmen, die die Stelle den zu überwachenden Betriebsinhabern auferlegt;
b) die Strafen, die die Stelle zu verhängen beabsichtigt, wenn es zu Unregelmäßigkeiten und/oder Verstößen kommt;
c) die Verfügbarkeit geeigneter Ressourcen in Form von qualifiziertem Personal, Verwaltungs- und technischen Einrichtungen, Erfahrung und Zuverlässigkeit bei der Überwachung;
d) Objektivität der Stelle gegenüber den zu überwachenden Betriebsinhabern.
6.6) Die zuständige Behörde oder ihr Beauftragter müssen
a) sichern, dass die Überwachungen, die namens der Überwachungs- oder Zertifizierungsstelle ausgeführt werden, objektiv sind;
b) die Wirksamkeit der Überwachungen prüfen;
c) gefundene Unregelmäßigkeiten und/oder Verstöße und die Strafen zu Protokoll nehmen;
d) die Zulassung der Zertifizierungsstelle oder –behörde entziehen, wenn sie den Vorschriften aus (a) und (b) nicht genügt oder die Kriterien aus Abs. 6.5 nicht mehr erfüllt oder die in den Absätzen 6.7 bis 6.9 enthaltenen Vorschriften nicht erfüllt.
6.7) Offizielle und/oder offiziell anerkannte Zertifizierungsstellen oder –behörden gemäß Abs. 6.2 müssen
a) sichern, dass mindestens die Überwachungsmaßnahmen und Vorkehrungen aus Anhang 3 auf überwachungspflichtige Betriebe angewandt werden und
b) sie dürfen vertrauliche Informationen und Daten, die sie bei ihrer Überwachung oder Zertifizierung erlangt haben, nur der Person offenlegen, die für den jeweiligen Betrieb verantwortlich ist, und den zuständigen Behörden.
6.8) Offizielle oder offiziell anerkannte Überwachungs- und/oder Zertifizierungsstellen oder –behörden müssen
a) der zuständigen Behörde oder ihrem Beauftragten für Audits Zugang zu ihren Büroräumen und Einrichtungen gewähren sowie für Stichprobenprüfungen der ihnen zugeordneten Betriebsinhaber Zugang zu den Betriebsanlagen des Betriebsinhabers zusammen mit jeder Information und Unterstützung, die die zuständige Behörde oder ihr Beauftragter für die Erfüllung seiner Obliegenheiten aus diesen Richtlinien für erforderlich erachten;
b) der zuständigen Behörde oder ihrem Beauftragten jährlich eine Liste der Betriebsinhaber zusenden, die im Vorjahr überwacht worden sind, und besagter Behörde einen präzisen Jahresbericht vorlegen.
6.9) Die benannte Behörde und die offizielle und/oder offiziell anerkannte Zertifizierungsstelle oder –behörde gemäß Abs. 6.2 müssen
a) sichern, dass im Falle einer aufgetretenen Unregelmäßigkeit bei der Umsetzung der Abschnitt 3 und 4 oder von Maßnahmen aus Anhang 3 die Angaben gemäß Abs. 1.2 zur ökologischen Wirtschaftsweise von der gesamten Partie oder Produktion entfernt werden, bei der die jeweilige Unregelmäßigkeit aufgetreten ist;
b) bei einem offenkundigen Verstoß oder einem Verstoß von anhaltender Wirkung dem betreffenden Betriebsinhaber das Vermarkten von Produkte mit Hinweis auf die ökologische Wirtschaftsweise für eine Dauer verbieten, die mit der zuständigen Behörde oder ihrem Beauftragten zu vereinbaren ist.
6.10) Die Vorschriften der Guidelines for the Exchange of Information between Countries on Rejections of Imported Food (Richtlinien für den Informationsaustausch zwischen Ländern über die Zurückweisung importierter Lebensmittel) müssen dort gelten, wo die zuständige Behörde Unregelmäßigkeiten und/oder Verstöße bei der Anwendung dieser Richtlinien findet.

Abschnitt 7 Einfuhren

7.1) Einfuhrprodukte gemäß Abs. 1.1 können nur dann vermarktet werden, wenn die zuständige Behörde oder beauftragte Stelle im Ausfuhrland ein Überwachungszertifikat ausgestellt hat, aus dem hervorgeht, dass der in dem Zertifikat bezeichnete Posten in einem Produktions-, Aufbereitungs-, Vermarktungs- und Überwachungssystem erzeugt wurde, das mindestens die Regeln anwendet, die in allen Abschnitten und Anhängen dieser Richtlinien festgelegt sind und er einer Entscheidung über Gleichwertigkeit gemäß 7.4 genügt.
7.2) Das Zertifikat gemäß obigem Abs. 7.1 muss im Original der Ware bis zum Betrieb des ersten Empfängers beigefügt sein; danach muss der Importeur das Transaktionszertifikat für Prüfzwecke mindestens zwei Jahre aufbewahren.
7.3) Die Authentizität des Produktes muss nach der Einfuhr bis hin zum Verbraucher gewahrt bleiben. Wenn Importe ökologischer Erzeugnisse aufgrund von Behandlungen, die nationale Quarantäne-Regelungen verlangen und die nicht mit diesen Richtlinien konform sind, nicht mit den Vorschriften in diesen Richtlinien übereinstimmen, verlieren sie ihren ökologischen Status.
7.4) Ein Einfuhrland kann
a) eine genaue Information, einschließlich Berichte von unabhängigen Sachverständigen, über die sich die zuständigen Behörden des Ausfuhr- und Einfuhrlandes einigen, über die Maßnahmen verlangen, die im Ausfuhrland getroffen wurden, die es in die Lage versetzen, Urteile und Entscheidungen über die Gleichwertigkeit mit seinen eigenen Regelungen abzugeben, vorausgesetzt, dass diese Regelungen des Einfuhrlandes den Vorschriften dieser Richtlinien entsprechen und/oder
b) mit dem Ausfuhrland Ortsbesichtigungen vereinbaren, um die Erzeugungs- und Aufbereitungsregelungen und die Überwachungs-/Zertifizierungsmaßnahmen, einschließlich Erzeugung und Zubereitung selbst zu prüfen, wie sie im Ausfuhrland angewandt werden.
c) um jede Irreführung des Verbrauchers zu vermeiden, verlangen, dass das Produkt im Einklang mit den Kennzeichnungsvorschriften etikettiert wird, die gemäß den Bestimmungen von Abschnitt 3 im Einfuhrland für die betreffenden Erzeugnisse gelten.

Abschnitt 8 Fortlaufende Revision der Richtlinien

8.1) Im Sinne des Zweckes dieser Richtlinien, Regierungen zu beraten, sind Regierungen der Mitgliedsländer und internationalen Organisationen aufgefordert, dem Codex-Komitee für Lebensmittelkennzeichnung fortlaufend Vorschläge zu unterbreiten. Ist das endgültige Dokument verabschiedet, nimmt das Codex-Komitee für Lebensmittelkennzeichnung alle vier Jahre eine Revision dieser Richtlinien vor und überarbeitet die Listen aus Anhang 2 alle zwei Jahre (oder nach Bedarf), um den neuesten Entwicklungen auf diesem Gebiet Rechnung zu tragen.
8.2) Vorschläge werden in erster Linie gerichtet an Secretary, Codex Alimentarius Commission, Joint FAO/WHO Food Standards Programme, FAO, 00153, Rom, Italien.

Anhang 1: Grundsätze ökologischer Wirtschaftsweise

Pflanzen und pflanzliche Erzeugnisse

1) Die in diesem Anhang dargelegten Grundsätze müssen während einer Umstellungsdauer von mindestens zwei Jahren vor Aussaat oder bei anderen Dauerkulturen als Weideland mindestens drei (3) Jahre vor der ersten Ernte von Erzeugnissen gemäß Abs. 1.1 (a) dieser Richtlinien auf Teilstücke, Landbaubetriebe oder Betriebseinheiten angewandt worden sein. Die zuständige Behörde oder bei Delegierung die offizielle oder offiziell anerkannte Zertifizierungsstelle oder –behörde kann in bestimmten Fällen (wie Brachland über zwei und mehr Jahre) entscheiden, die Dauer im Hinblick auf die frühere Nutzung der Teilstücke zu verlängern oder zu verkürzen, doch muss die Dauer 12 Monate oder mehr betragen.
2) Unabhängig von der Länge der Umstellungsdauer kann diese erst beginnen, wenn eine Produktionseinheit in ein Überwachungssystem, wie in 6.2 vorgeschrieben, aufgenommen wurde und wenn die Einheit mit der Umsetzung der Bewirtschaftungsregelungen aus Abschnitt 4 dieser Richtlinien begonnen hat.
3) In den Fällen, in denen nicht der ganze Betrieb mit einem Mal umgestellt wird, kann das auch schrittweise geschehen, wobei diese Richtlinien ab Beginn der Umstellung der betreffenden Felder angewandt werden. Die Umstellung vom konventionellen auf den ökologischen Landbau muss mit den zugelassenen Techniken, wie in diesen Richtlinien definiert, erfolgen. Wird nicht der ganze Betrieb gleichzeitig umgestellt, muss die Wirtschaft in Einheiten laut Anhang 3, Teil A, Abs. 3 und 11, aufgeteilt werden.
4) Umstellungsflächen wie auch Flächen, die auf ökologischen Landbau umgestellt wurden, dürfen nicht zwischen ökologischer und konventioneller Wirtschaftsweise hin und her wechseln.
5) Die Fruchtbarkeit und biologische Aktivität des Bodens sollen erhalten oder in geeigneten Fällen gesteigert werden durch:
a) Anbau von Leguminosen, Gründüngungspflanzen oder Tiefwurzlern in einer geeigneten weitgestellten Fruchtfolge;
b) Einarbeitung von organischem Material, gegebenenfalls nach Kompostierung, das in Betrieben gewonnen wurde, die nach den Vorschriften dieser Richtlinien wirtschaften. Nebenprodukte aus der Tierhaltung, wie Wirtschaftsdünger tierischer Herkunft, können verwendet werden, wenn sie aus Tierhaltungen kommen, die nach diesen Richtlinien arbeiten.
4) Stoffe aus Anhang 2, Tabelle 1, dürfen nur in dem Maße verwendet werden, in dem eine ausreichende Nährstoffzufuhr für Pflanzen oder für die Bodenverbesserung mit Methoden gemäß obigem 5 (a) und (b) nicht möglich ist oder sie bei der Düngung nicht aus dem ökologischen Landbau verfügbar sind.

Anhänge

Titel Kurzbeschreibung Aktionen
Tabelle 1 Stoffe für die Düngung und Verbesserung des Bodens Download
c) für die Aktivierung von Kompost können geeignete Mikroorganismen oder Zubereitungen auf pflanzlicher Basis benutzt werden;
d) biodynamische Zubereitungen aus Gesteinsmehl, Wirtschaftsdünger tierischer Herkunft oder Pflanzen können ebenfalls für die Zwecke gemäß Abs. 5 benutzt werden.
6) Schädlinge, Krankheiten und Unkraut müssen durch eine oder eine Kombination der folgenden Maßnahmen bekämpft werden:
  • Auswahl von geeigneten Arten und Sorten;
  • geeignete Fruchtfolgen;
  • mechanisierte Bodenbearbeitung;
  • Schutz der natürlichen Feinde von Schädlingen durch Bereitstellung eines begünstigenden Habitats wie Hecken und Nistplätze, ökologische Pufferzonen, die die ursprüngliche Vegetation als Lebensraum der Schädlingsbekämpfer erhalten.
  • diversifizierte Ökosysteme. Sie werden je nach geographischer Lage anders aussehen. Zum Beispiel Pufferzonen, um der Erosion entgegenzuwirken, Agroforstwirtschaft, Fruchtfolgen usw.
  • Abflammen von Unkrautkeimlingen;
  • natürliche Feinde, einschließlich Freisetzung von Prädatoren und Parasiten;
  • biodynamische Zubereitungen aus Gesteinsmehl, Wirtschaftsdünger tierischer Herkunft oder Pflanzen;
  • mulchen und mähen;
  • grasende Tiere;
  • mechanische Bekämpfung wie Fallen, Barrieren, Licht und akustische Mittel;
  • Sterilisierung mit Dampf, wenn der richtige Fruchtwechsel zur Erneuerung des Bodens nicht stattfinden kann.
7) Nur falls die Pflanzen unmittelbar oder ernsthaft bedroht sind und die Maßnahmen unter Punkt 6 (oben) nicht wirken oder nicht wirken würden, ist ein Rückgriff auf die Produkte aus Anhang 2 möglich.
8) Saatgut und vegetatives Vermehrungsgut muss von Pflanzen stammen, die im Einklang mit den Bestimmungen aus Abschnitt 4.1 dieser Richtlinien über mindestens eine Generation oder bei Dauerkulturen über zwei Wachstumsperioden angebaut wurden. Kann ein Betriebsinhaber der offiziellen oder offiziell anerkannten Zertifizierungsstelle oder –behörde gegenüber nachweisen, dass Material, das den obigen Vorschriften genügt, nicht zur Verfügung steht, kann die Zertifizierungsstelle oder –behörde zulassen:

a) in erster Linie die Verwendung von unbehandeltem Saatgut oder vegetativem Vermehrungsgut, oder
b) falls (a) nicht verfügbar ist, Verwendung von Saatgut und vegetativem Vermehrungsgut, das mit anderen Stoffen als in Anhang 2 aufgelistet behandelt wurde.

Die zuständige Behörde kann Kriterien festlegen, um die Anwendung der Abweichung im obigen Punkt 8 zu begrenzen.
9) Das Sammeln essbarer Pflanzen und von Teilen davon, die natürlich in Naturräumen, Wäldern und auf Agrarflächen wachsen, gilt als ökologische Wirtschaftsweise, vorausgesetzt, dass
  • die Produkte aus einem klar definierten Sammelgebiet stammen, das den Überwachungs-/Zertifizierungsmaßnahmen aus Abschnitt 6 dieser Richtlinien unterliegt;
  • diese Gebiete für eine Dauer von drei Jahren vor dem Sammeln nicht mit Produkten behandelt wurden, die andere als die in Anhang 2 sind;
  • das Sammeln nicht die Stabilität des natürlichen Habitats oder die Erhaltung der Arten im Sammelgebiet stört;
  • die Erzeugnisse von einem Betriebsinhaber kommen, der das Ernten und Zusammentragen der Produkte leitet, der klar benannt und mit dem Sammelgebiet vertraut ist.

Tiere und tierische Erzeugnisse

Allgemeine Grundsätze


1) Bei einer ökologischen Tierhaltung müssen die Tiere integraler Bestandteil einer ökologischen Wirtschaftseinheit sein und gemäß dieser Richtlinien aufgezogen und gehalten werden.
2) Tierhaltung kann einen wichtigen Beitrag zu einer ökologischen Wirtschaftsweise leisten, indem sie
a) die Fruchtbarkeit des Bodens verbessert und bewahrt;
b) die Flora durch Grasen kontrolliert;
c) die Artenvielfalt stärkt und Wechselwirkungen im Landwirtschaftsbetrieb fördert und
d) die Diversität des Bewirtschaftungssystems vergrößert.
3) Tierhaltung ist eine mit dem Land verbundene Tätigkeit. Pflanzenfresser müssen Zugang zu Weiden und alle anderen Tiere Zugang zu Auslauf im Freien haben; die zuständige Behörde kann Ausnahmen zulassen, wenn der physiologische Zustand der Tiere, ungünstige Witterungsverhältnisse und der Zustand des Landes das verlangen oder die Struktur bestimmter „traditioneller“ Bewirtschaftungssysteme den Zugang zu Weiden einschränkt, vorausgesetzt, dass das Wohlergehen der Tiere gewährleistet werden kann.
4) Die Besatzdichte in der Tierhaltung muss der jeweiligen Region angemessen sein und die Kapazität der Futtererzeugung, die Gesundheit des Tierbestands, die ausgewogene Nährstoffzufuhr und die Auswirkung auf die Umwelt berücksichtigen.
5) Ökologische Tierhaltung muss zum Ziel haben, natürliche Zuchtmethode zu nutzen, Stress zu vermindern, Krankheiten vorzubeugen, die Gabe von chemisch-synthetischen allopathischen Tierarzneimitteln (einschließlich Antibiotika) schrittweise zu beenden, das Füttern der Tiere mit Produkten tierischen Ursprungs (z. B. Tiermehl) zu verringern und die Gesundheit und das Wohlergehen der Tiere zu erhalten.

Absatz A1.2.06 Herkunft/Ursprung der Tiere


6) Die Auswahl der Rassen, Linien und der Zuchtmethoden und die Grundsätze ökologischen Landsbaus müssen konsistent sein und insbesondere berücksichtigen:
a) ihre Anpassung an die örtlichen Gegebenheiten;
b) ihre Vitalität und Widerstandfähigkeit gegenüber Krankheiten;
c) das Fehlen spezieller Krankheiten oder Gesundheitsprobleme, die mit einigen Rassen und Linien verbunden sind (Stressempfindlichkeit bei Schweinen – PSS, spontaner Abort usw.).
7) Der Tierbestand für Erzeugnisse gemäß Abschnitt 1.1 (a) dieser Richtlinien muss von Geburt oder Ausbrüten an aus Betriebseinheiten kommen, die diesen Richtlinien entsprechen oder aus Nachkommen von Eltern bestehen, die diesen Richtlinien entsprechend aufgezogen wurden. In dieser Weise müssen sie ihr Leben lang gehalten werden.
  • Beim Tierbestand darf nicht zwischen ökologischer und nicht-ökologischer Haltung gewechselt werden. Die zuständige Behörde kann genaue Regeln für den Zukauf von Tieren aus anderen Wirtschaftseinheiten aufstellen, die nach diesen Richtlinien arbeiten.
  • Tiere, die innerhalb der Tierhaltungseinheit leben, auf die diese Richtlinien aber nicht zutreffen, können umgestellt werden.
8) Kann ein Betriebsinhaber der offiziellen oder offiziell anerkannten Überwachungs-/Zertifizierungsstelle gegenüber ausreichend begründen, dass Tiere, die den Vorschriften im obigen Absatz genügen, nicht verfügbar sind, kann die offizielle oder offiziell anerkannte Überwachungs-/Zertifizierungsstelle einem Tierbestand zustimmen, der nicht gemäß diesen Richtlinien gehalten wird, und zwar unter Umständen wie:
a) bei erheblicher Ausweitung der Haltung, Rassenumstellung oder Aufbau eines neuen Wirtschaftszweigs;
b) bei Erneuerung einer Herde, z.B. hohe Tiersterblichkeit durch Katastrophen;
c) männliche Tiere für die Zucht.
d) Die zuständige Behörde kann die genauen Bedingungen festlegen, unter denen Tiere nicht-ökologischen Ursprungs zugelassen werden oder nicht und beachtet dabei, dass die Tiere so jung wie möglich nach dem Absetzen zugekauft werden.
9) Der Tierbestand, für den die Abweichungen gemäß obigem Absatz gelten, muss den Bedingungen nach Abs. 12 entsprechen. Diese Umstellungszeiten müssen eingehalten werden, wenn die Erzeugnisse als ökologisch laut Abschnitt 3 dieser Richtlinien verkauft werden sollen.

Umstellung

 
10) Die Umstellung von Land, das für Futterpflanzen oder als Weide genutzt werden soll, muss die Regelungen in Teil A, Abs. 1, 2 und 3 dieses Anhangs einhalten.
11) Die zuständige Behörde kann die Umstellungszeiten oder –bedingungen in Abs. 10 (für das Land) und/oder Abs. 12 (für Tiere und tierische Erzeugnisse) in folgenden Fällen verringern:
a) Weiden, Auslauf- und Bewegungsflächen werden für andere Tierarten als Pflanzenfresser genutzt
b) für Rinder, Equidae, Schafe, und Ziegen aus extensiver Tierhaltung während einer Umstellungszeit, die die zuständige Behörde festlegt, oder einen Milchtierbestand, der zum ersten Mal umgestellt wird;
c) Werden Tierbestand und Land, das nur für Tierfutter genutzt wird, innerhalb der gleichen Betriebseinheit gleichzeitig umgestellt, kann die Umstellungsdauer sowohl für den Tierbestand als auch die Weiden und/oder das Land, das für Tierfutter genutzt wird, auf nur zwei Jahre verringert werden, wenn die vorhandenen Tiere und ihre Nachkommen hauptsächlich mit Produkten aus dieser Einheit gefüttert werden.
12) Hat das Land den Status „ökologisch" erlangt und wird mit Tieren nicht-ökologischer Herkunft besetzt, müssen die Tiere, wenn die Erzeugnisse als ökologisch eingestuft verkauft werden sollen, auf der Grundlage dieser Richtlinien über mindestens folgende Zeiträume gehalten werden:

Rinder und Equiden

  • Fleischprodukte: 12 Monate und mindestens ¾ ihrer Lebenszeit in ökologischer Wirtschaftsweise;
  • Kälber für die Fleischproduktion: 6 Monate, wenn sie gleich nach dem Absetzen zugekauft werden und unter 6 Monate alt sind;
  • Milchprodukte: 90 Tage während der Umsetzungszeit, die die zuständige Behörde festlegt, danach sechs Monate
Schafe und Ziegen
  • Fleischprodukte: sechs Monate
  • Milchprodukte: 90 Tage während der Umstellungszeit, die die zuständige Behörde festlegt, danach sechs Monate
Schweine:
  • Fleischprodukte:sechs Monate
Geflügel/Legehennen:
  • Fleischprodukte: die gesamte Lebenszeit, wie von der zuständigen Behörde festgelegt Merkzettel
  • Eier: sechs Wochen

Ernährung

13) Alle Tierhaltungen müssen das optimale Niveau von 100 % des Futters aus Futtermitteln (einschließlich Umstellungs-Futter) erhalten, die nach den Vorschriften in diesen Richtlinien erzeugt werden.
14) Für eine von der zuständigen Behörde festgelegten Umstellungszeit behalten tierische Erzeugnisse ihren ökologischen Status, vorausgesetzt, das Futter, das zu mindestens 85 % bei Wiederkäuern und zu 80 % bei Tieren, die keine Wiederkäuer sind – gerechnet in Trockenmasse -, ist ökologischen Ursprungs und seine Erzeugung erfüllt diese Richtlinien.
15) Unbeschadet des oben Gesagten kann die Überwachungs-/Zertifizierungsstelle einem Betriebsinhaber, der gegenüber der offiziellen oder offiziell anerkannten Überwachungs-/Zertifizierungsstelle ausreichend nachweist, dass Futtermittel gemäß Vorschriften aus dem obigen Abs. 13 infolge von beispielsweise unvorhergesehenen natürlichen oder von Menschen verursachten Ereignissen oder extremen klimatischen Witterungsbedingungen nicht zur Verfügung stehen, einen begrenzten Anteil von Futtermitteln gestatten, die nicht nach dieser Richtlinien erzeugt wurden und für eine begrenzte Zeit verfüttert werden dürfen, vorausgesetzt, sie enthalten keine gentechnisch veränderten Organismen oder deren Produkte. Die zuständige Behörde muss sowohl den zulässigen Höchstanteil von nicht auf ökologische Weise erzeugtem Futter und alle Bedingungen festlegen, die diese Abweichung regeln.
16) Zu berücksichtigen sind spezielle Futterrationen:
  • der Bedarf junger Säugetiere an natürlicher Milch, vorzugsweise Muttermilch;
  • dass ein erheblicher Anteil von Trockenmasse bei den Tagesrationen von Pflanzenfressern aus Raufutter, frischem oder getrocknetem Futter oder Silage bestehen muss;
  • dass Polygastriden nicht ausschließlich mit Silage gefüttert werden dürfen;
  • der Bedarf an Getreide beim Mästen von Geflügel;
  • der Bedarf an Raufutter, frischem oder getrocknetem Futter oder Silage in der Tagesration von Schweinen und Geflügel.
17) Alle Tiere brauchen ausgedehnten Zugang zu frischem Wasser, damit der Bestand gesund und kräftig bleibt.
18) Werden Stoffe als Futtermittel, Nahrungsbestandteile, Futterzusätze oder Verarbeitungshilfsstoffe bei der Zubereitung von Futtermitteln verwendet, muss die zuständige Behörde eine Positivliste/Positivlisten von Stoffen erarbeiten, die den folgenden Kriterien genügen:

Allgemeine Kriterien

a) zulässig sind Stoffe auf der Grundlage der nationalen Gesetze über Tierfütterung;
b)
die Stoffe sind nötig/essenziell, um die Gesundheit, das Wohlergeben und die Vitalität der Tiere zu erhalten, und
c) solche Stoffe
  • tragen zu einer geeigneten Ernährung bei, indem sie die physiologischen und Verhaltensbedürfnisse der jeweiligen Arten erfüllen und
  • enthalten keine gentechnisch veränderten Organismen und deren Produkte und
  • sind hauptsächlich pflanzlichen, mineralischen oder tierischen Ursprungs.

Spezielle Kriterien für Futtermittel und Nahrungsbestandteile

a) Futtermittel pflanzlichen Ursprungs aus nicht-ökologischer Wirtschaftsweise dürfen nach den Bedingungen aus Abs. 14 und 15 nur verwendet werden, wenn sie ohne Einsatz chemischer Lösungsmittel oder chemischer Behandlung erzeugt oder zubereitet wurden;
b) Futtermittel mineralischen Ursprungs, Spurenelemente, Vitamine oder Provitamine dürfen nur verwendet werden, wenn sie natürlichen Ursprungs sind. Bei einem Mangel an diesen Stoffen oder unter außerordentlichen Umständen dürfen chemisch genau definierte analoge Stoffe genutzt werden;
c) Futtermittel tierischen Ursprungs, ausgenommen Milch und Milchprodukte, Fisch, andere Meerestiere und deren Produkte dürfen generell nicht verwendet werden oder nach Maßgabe der nationalen Gesetze. in jedem Falle ist das Verfüttern von Material, das von Säugetieren stammt, an Wiederkäuer nicht gestattet, ausgenommen Milch und Milchprodukte.
d) synthetische Stickstoff- oder Nichteiweißstickstoffverbindungen dürfen nicht verwendet werden.

Spezielle Kriterien für Zusatzstoffe und Verarbeitungshilfsstoffe

a) Bindemittel, Trennmittel, Emulgatoren, Stabilisatoren, Dickungsmittel, Tenside, Koagulanzien: nur natürliche Quellen sind erlaubt;
b) Antioxidanzien: nur natürliche Quellen sind erlaubt;
c) Konservierungsmittel: nur natürliche Quellen sind erlaubt;
d) Farbstoffe (einschließlich Pigmente), Aromen und Appetitanreger: nur natürliche Quellen sind erlaubt;
e)
Probiotika, Enzyme und Mikroorganismen sind erlaubt;
f) Antibiotika, Kokzidiostatika, Arzneistoffe, Wachstumsförderer oder sonstige Stoffe, die Wachstum oder Produktion anregen sollen, dürfen im Tierfutter nicht enthalten sein.
19) Silagezusatzstoffe und Verarbeitungshilfsstoffe dürfen keine Produkte von gentechnisch veränderten Organismen oder deren Produkten sein, sondern dürfen nur umfassen:
  • Meersalz
  • grobes Steinsalz;
  • Hefen;
  • Enzyme;
  • Molke;
  • Zucker oder Zuckerprodukte wie Melasse;
  • Honig;
  • Milchsäure-, Essigsäure-, Ameisensäure- und Propionsäurebakterien oder deren natürliche Säureprodukt, falls die Witterung eine angemessene Fermentierung nicht gestattet und mit Genehmigung der zuständigen Behörde.

Absatz 20 Krankheitsvorsorge

20) Die Krankheitsvorsorge bei der ökologischen Tierhaltung muss auf folgenden Grundsätzen beruhen:
a) Auswahl geeigneter Rassen oder Linien von Tieren gemäß obigem Abs. 6;
b) Tierhaltung, die den Ansprüchen jeder Art entspricht und so eine starke Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten und die Vorbeugung von Infektionen fördert;
c) Verwendung von ökologisch erzeugtem Futter guter Qualität zusammen mit regelmäßiger Bewegung und Zugang zu Weiden und/oder Auslaufflächen im Freien, die die natürliche Immunabwehr des Tiere fördern;
d) eine geeignete Tierbesatzdichte sichern und so einen übermäßigen Besatz und die daraus resultierenden Gesundheitsprobleme vermeiden.
21) Kommt es trotz obiger Präventionsmaßnahmen dazu, dass ein Tier erkrankt oder verletzt ist, muss es sofort behandelt werden, nötigenfalls isoliert und in einem entsprechenden Gebäude. Erzeuger dürfen eine Medikation nicht versagen, wenn das zu einem unnötigen Leiden der Tiere führt, selbst wenn die Gabe solcher Arzneimittel dazu führt, dass das Tier seinen ökologischen Status verliert.
22) Die Gabe von Tierarzneimitteln im ökologischen Landbau muss den folgenden Grundsätzen genügen:
a) dort, wo spezielle Krankheiten oder Gesundheitsprobleme auftreten oder auftreten können und keine alternative zugelassene Behandlung oder ein Umgang damit vorhanden ist, oder in gesetzlich vorgeschriebenen Fällen sind die Impfung des Tierbestandes, der Einsatz von Parasitiziden oder die therapeutische Gabe von Tierarzneimitteln erlaubt;
b) phytotherapeutische (ohne Antibiotika), homöopathische oder ayurvedische Produkte und Spurenelemente sind chemisch-synthetischen allopathischen Tierarzneimitteln oder Antibiotika vorzuziehen, vorausgesetzt, ihre therapeutische Wirksamkeit trifft auf die Tierart und den Zustand zu, die behandelt werden sollen;
c) wenn es unwahrscheinlich ist, dass die Anwendung obiger Produkte bei der Bekämpfung der Krankheit oder Verletzung wirkungsvoll ist, dürfen chemisch-synthetische allopathische Tierarzneimittel unter Aufsicht eines Tierarztes gegeben werden; die Wartezeiten müssen doppelt so lang wie gesetzlich gefordert sein und jedenfalls mindestens 48 Stunden betragen;
d) die Gabe von chemisch-synthetischen allopathischen Tierarzneimitteln oder Antibiotika zur vorbeugenden Behandlung ist verboten.
23) Eine Hormonbehandlung ist nur aus therapeutischen Gründen und unter Aufsicht des Tierarztes zulässig.
24) Wachstumsstimulanzien oder Stoffe für die Stimulierung von Wachstum oder Produktion sind nicht erlaubt.

Tierhaltung, Transport und Schlachtung

25) Die Pflege der Tiere muss sich an einer Haltung der Sorge, Verantwortung und des Respekts vor der lebenden Kreatur orientieren.
26) Die Zuchtmethoden müssen im Einklang mit den Grundsätzen der ökologischen Wirtschaftsweise stehen und berücksichtigen:
a) die Rassen und Linien, die für die Haltung unter den örtlichen Gegebenheiten und bei ökologischem Betrieb geeignet sind;
b) bei der Vermehrung gilt der Vorzug den natürlichen Methoden, wenngleich die künstliche Besamung genutzt werden kann;
c) dass Embryonalverpflanzungen und Hormonbehandlungen zur Fortpflanzung nicht angewandt werden dürfen;
d) dass Zuchttechniken mit Hilfe von Gentechnik nicht eingesetzt werden dürfen.
27) Eingriffe wie das Anbringen von Gummiringen an den Schwänzen von Schafen, Kupieren der Schwänze, Zähne kneifen, Stutzen der Schnäbel und Enthornen sind bei ökologischer Wirtschaftsweise allgemein nicht gestattet. Einige dieser Eingriffe können jedoch ausnahmsweise durch die zuständige Behörde oder ihren Beauftragten aus Sicherheitsgründen (z.B. bei Jungtieren) genehmigt werden, oder wenn damit Gesundheit und Wohlergehen des Tierbestandes verbessert werden. Solche Eingriffe müssen im günstigsten Alter durchgeführt werden, und das Leiden der Tiere ist auf ein Minimum zu reduzieren. Wo angebracht, muss ein Anästhetikum gegeben werden. Die operative Kastration ist zulässig, um die Qualität der Erzeugnisse zu gewährleisten und traditionellen Haltungspraktiken Rechnung zu tragen (Fleischschweine, Ochsen, Kapaune usw.), jedoch nur unter diesen Bedingungen.
28) Die Lebensverhältnisse und die Umweltbedingungen müssen die speziellen Verhaltensbedürfnisse der Tiere berücksichtigen und Sorge tragen für:
  • genügend Bewegungsfreiheit und die Gelegenheit, normale Verhaltensmuster zu zeigen;
  • Gesellschaft anderer Tiere, vor allem der eigenen Art;
  • Vorbeugung von anormalem Verhalten, Verletzung und Erkrankung;
  • Notfallplanung zum Beispiel bei Feuer, dem Ausfall wichtiger mechanischer Vorrichtungen und der Unterbrechung der Versorgung.
29) Transporte lebender Tiere müssen ruhig und schonend und auf eine Weise erfolgen, die Stress, Verletzung und Leiden vermeiden: die zuständige Behörde muss die speziellen Bedingungen festlegen, um diesen Zielen zu genügen, und kann Höchsttransportzeiten vorgeben. Bei Tiertransporten sind elektrische Treibhilfen oder allopathische Beruhigungsmittel nicht zulässig.
30) Das Schlachten der Tiere muss so erfolgen, dass Stress und Leiden minimiert werden, und im Einklang mit nationalen Regularien.

Unterbringung und Freilandhaltung

31) Stallungen für Tiere sind in Gebieten nicht verpflichtend, in denen angemessene klimatische Bedingungen ein Leben der Tiere im Freien gestatten.
32) Die Unterbringung muss den biologischen und Verhaltensbedürfnissen der Tiere genügen, indem sie vorsieht:
  • einfachen Zugang zu Futter und Wasser;
  • Isolierung, Heizung, Kühlung und Belüftung des Gebäudes um zu sichern, dass die Luftzirkulation, der Staubgehalt, die Temperatur, die relative Luftfeuchtigkeit und die Gaskonzentration in Grenzen gehalten werden, die den Tieren nicht schaden;
  • reichlich natürliche Belüftung und Lichteinfall.
33) Die Tiere können vorübergehend im Stall gehalten werden, wenn die Witterungsverhältnisse ungünstig sind, wenn Gesundheit, Sicherheit oder Wohlergehen beeinträchtigt werden könnten oder um die Qualität von Pflanzen, Boden und Wasser zu schützen.
34) Die Stallungen sollten so dicht besetzt sein, dass
  • sie bequem und angenehm sind und die Art, die Rasse und das Alter der Tiere berücksichtigt wird;
  • den Verhaltensbedürfnissen der Tiere im Hinblick auf Gruppengröße und Geschlecht Rechnung getragen wird;
  • sie genügend Platz haben, um natürlich stehen, sich abzulegen, umdrehen, sich putzen und alle natürlichen Haltungen und Bewegungen wie Strecken und Flügelschlag einnehmen zu können.
35) Stallungen, Buchten, Ausrüstungen und Geräte müssen gut gereinigt und desinfiziert werden, um Kreuzinfektionen und der Vermehrung von Krankheitsüberträgern vorzubeugen.
36) Freie Bewegungs- und Auslaufflächen sind gegebenenfalls mit ausreichendem Schutz vor Regen, Wind, Sonne und extremen Temperaturen auszustatten, in Abhängigkeit von den örtlichen Witterungsverhältnissen und der jeweiligen Rasse.
37) Die Besatzdichte von Tieren auf Weiden, Wiesen oder anderen natürlichen oder naturnahen Habitaten muss so gering sein, dass der Bodendegradation und Überweidung vorgebeugt wird.

A A1.2.38 Säugetiere

38) Alle Säugetiere müssen Zugang zu Weiden oder einer Bewegungsfläche im Freien oder einem Auslauf haben, die teilweise überdacht sein können, und sie müssen in der Lage sein, diese Flächen zu nutzen, wann immer der körperliche Zustand des Tieres, die Witterungsverhältnisse und der Bodenzustand es gestatten.
39) Die zuständige Behörde kann Ausnahmen zulassen für:
  • den Zugang von Bullen zur Weide oder bei den Kühen für die Bewegungsfläche im Freien oder den Auslauf im Winter;
  • die Endmast.
40) Die Stallungen müssen einen glatten, aber rutschfesten Boden haben. Er darf nicht gänzlich ein Spaltenboden oder eine Gitterroste sein.
41) Die Stallungen müssen eine bequeme, saubere und trockene Ablege-/Ruhefläche ausreichender Größe haben und solide gebaut sein. Im Ruhebereich muss ausreichend trockene Einstreu vorhanden sein.
42) Die Unterbringung von Kälbern in Einzelbuchten und das Anbinden der Tiere ist nicht ohne Genehmigung der zuständigen Behörde gestattet.
43) Sauen sind außer in den letzten Trächtigkeitsphasen und während der Säugezeit in Gruppen zu halten. Ferkel dürfen nicht in Flat-Deck-Anlagen oder Ferkelkäfigen gehalten werden. Schweinen müssen Bewegungsflächen zum Misten und zum Wühlen zur Verfügung stehen.
44) Das Halten von Kaninchen in Käfigen ist nicht erlaubt.

A A1.2.45 Geflügel

45) Geflügel muss unter Freilandbedingungen gehalten werden und freien Zugang zum Auslauf haben, wenn die Witterungsbedingungen das gestatten. Das Halten von Geflügel in Käfigen ist nicht erlaubt.
46) Soweit die Witterung dies gestattet, muss Wassergeflügel Zugang zu einem Bach, Teich oder See haben.
47) Die Geflügelställe müssen eine Fläche von fester Beschaffenheit haben und mit Streumaterial in Form von Stroh, Holzspänen, Sand oder Torf bedeckt sein. Ein ausreichend großer Teil der den Legehennen zur Verfügung stehenden Bodenfläche ist als Kotbereich vorzusehen, die Tiere müssen über Sitzstangen/höher gelegene Schlafflächen einer Größe und Anzahl verfügen, die der Gruppen- oder der Tiergröße gerecht wird, und Ein- und Ausflugklappen einer den Tieren angemessenen Größe sind vorzusehen.
48) Wird bei Legehennen die Dauer des natürlichen Tageslichtes durch künstliche Beleuchtung verlängert, muss die zuständige Behörde die Höchststundenzahl vorschreiben und dabei die Art, geografische Überlegungen und die allgemeine Gesundheit der Tiere bedenken.
49) Aus Gesundheitsgründen müssen Geflügelställe zwischen den Belegungen geräumt werden, die Ausläufe bleiben leer, damit die Vegetation nachwachsen kann.

A A1.2.50 Umgang mit Wirtschaftsdünger

50) Wirtschaftsdünger zur Pflege von Flächen, auf denen Tiere gehalten werden, in Buchten oder auf Weiden stehen, muss so eingesetzt werden, dass
a) die Degradation von Boden und Wasser auf ein Mindestmaß verringert wird;
b) er nicht signifikant zur Kontamination des Wassers mit Nitraten und Krankheitserregern beiträgt;
c) sein Einsatz die Rückführung der Nährstoffe optimiert und
d) nicht die Verbrennung oder andere Praktiken einschließt, die nicht mit der ökologischen Wirtschaftsweise vereinbar sind.
51) Alle Vorrichtungen zur Lagerung und Bewegung von Dung, einschließlich der Kompostieranlagen müssen so geplant, gebaut und betrieben werden, dass einer Kontamination von Grund- und/oder Oberflächenwasser vorgebeugt wird.
52) Die Düngermengen müssen so bemessen sein, dass sie nicht zur Kontamination von Grund- und/oder Oberflächenwasser beitragen. Die zuständige Behörde kann Höchstmengen für das Ausbringen von Dung oder Tierbesatzdichten festlegen. Der Zeitpunkt der Ausbringung und die Ausbringungsmethode dürfen die Gefahr eines Abfließens in Teiche, Flüsse und Bäche nicht vergrößern.

Dokumentationspflicht und Kennzeichnung

53) Der Betriebsinhaber muss genaue und aktuelle Aufzeichnungen machen, wie in Anhang 3, Abs. 7 - 15 dargelegt.

Artspezifische Vorschriften

Bienenhaltung und Imkereierzeugnisse

Allgemeine Grundsätze

54) Die Bienenhaltung ist eine wichtige Tätigkeit, die durch die Bestäubungsaktivität der Bienen zur Stärkung der Umwelt, der Land- und der Forstwirtschaft beiträgt.
55) Die Behandlung und Bewirtschaftung von Bienenbeuten muss die Grundsätze ökologischer Wirtschaftsweise respektieren.
56) Die Sammelgebiete müssen groß genug sein, um angemessene und ausreichende Nahrung und Zugang zu Wasser zu bieten.
57) Die Quellen für natürlichen Nektar, Honigtau und Pollen müssen im Wesentlichen aus ökologisch erzeugten Pflanzen und/oder spontaner (wilder) Vegetation bestehen.
58) Die Gesundheit der Bienen muss auf vorbeugenden Maßnahmen beruhen, wie der angemessenen Wahl der Rassen, einer günstigen Umgebung, ausgewogenen Ernährung und geeigneter Haltung.
59) Die Bienenbeuten bestehen grundsätzlich aus natürlichem Material ohne Gefahr einer Kontamination der Umgebung oder der Imkereierzeugnisse.
A1.2.60) Werden Bienen auf Wildflächen gestellt, sind die dort lebenden Insektenpopulationen zu berücksichtigen.

Aufstellen der Bienenbeuten

61) Bienenbeuten für die Bienenhaltung müssen in Gegenden aufgestellt werden, in denen eine kultivierte und/oder spontane Vegetation die Regelungen für die Erzeugung aus Abschnitt 4 dieser Richtlinien erfüllt.
62) Die offizielle Zertifizierungsstelle oder –behörde genehmigt die Flächen, die angemessene Honigtau-, Nektar- und Pollentrachten sichern, ausgehend von der Information durch die Imker und/oder durch den Kontrollprozess.
63) Die offizielle Zertifizierungsstelle oder –behörde kann einen konkreten Radius um die Bienenbeute herum ausweisen, in dem die Bienen Zugang zu angemessener und ausreichender Ernährung haben, die den Vorschriften dieser Richtlinien entspricht.
64) Die Zertifizierungsstelle oder -behörde muss Räume kennzeichnen, in die Bienenbeuten, die diesen Vorschriften genügen, wegen potenzieller Kontamination mit verbotenen Stoffen, gentechnisch veränderten Organismen oder Umweltkontaminanten nicht gestellt werden dürfen.

Futter

65) Nach der letzten Ernte müssen in den Bienenbeuten genügend Reserven an Honig und Pollen verbleiben, damit das Volk die Überwinterung überlebt.
66) Bienenvölker können gefüttert werden, um einen zeitweiligen Futtermangel bedingt durch klimatische oder sonstige außerordentliche Umstände auszugleichen. In diesen Fällen ist ökologisch erzeugter Honig oder Zucker zu verwenden, soweit verfügbar. Doch kann die Zertifizierungsstelle oder –behörde die Verwendung von nicht ökologisch erzeugtem Honig oder Zuckerprodukten gestatten. Für solche Abweichungen müssen zeitliche Grenzen vorgesehen sein. Gefüttert werden darf nur zwischen der letzten Honigernte und dem Beginn der nächsten Nektar- oder Honigtautracht.

Umstellungsdauer

67) Imkereierzeugnisse können dann als ökologisch erzeugt verkauft werden, wenn diese Richtlinien mindestens ein Jahr lang eingehalten worden waren. Während der Umstellung muss das Wachs durch ökologisch erzeugtes Wachs ersetzt werden. Kann nicht das ganze Wachs während des einen Jahres ausgetauscht werden, kann die Zertifizierungsstelle oder –behörde die Umstellungsdauer verlängern. Ist ökologisch erzeugtes Bienenwachs nicht verfügbar, kann im Wege der Abweichung Wachs aus anderen Quellen, die nicht diese Richtlinien erfüllen, von der Zertifizierungsstelle oder –behörde genehmigt werden, sofern es sich um Deckelwachs oder solches aus Gebieten handelt, in denen keine verbotenen Materialien benutzt wurden.
68) Wurden zuvor in der Bienenbeute keine verbotenen Produkte verwendet, ist der Austausch des Wachses nicht erforderlich.

Herkunft der Bienen

69) Bienenvölker können auf ökologische Wirtschaftsweise umgestellt werden. Zugekaufte Bienen müssen – wo verfügbar – aus ökologisch produzierenden Betriebseinheiten kommen.
70) Bei der Auswahl der Rassen gilt es, die Fähigkeit der Bienen, sich örtlichen Gegebenheiten anzupassen, ihre Vitalität und ihre Resistenz gegenüber Erkrankungen zu berücksichtigen.

Gesundheit der Bienen

71) Die Gesundheit von Bienenvölkern ist durch gute landwirtschaftliche Praxis zu erhalten mit dem Schwerpunkt auf Krankheitsvorbeugung durch Zuchtwahl und Pflege der Bienenbeute. Das umfasst
a) die Verwendung von Landrassen, die sich den örtlichen Gegebenheiten gut anpassen;
b) gegebenenfalls Ersetzen der Weisel;
c) regelmäßiges Reinigen und Desinfizieren der Ausrüstung;
d) regelmäßiges Austauschen des Bienenwachses;
e) Verfügbarkeit von ausreichend Pollen und Honig in den Bienenbeuten;
f) systematische Kontrollen der Bienenbeuten, um Anomalien zu entdecken;
g) systematische Kontrolle der männlichen Brut in der Bienenbeute;
h) gegebenenfalls von Krankheit befallene Bienenbeuten isolieren oder
i) verseuchtes Material und verseuchte Bienenbeuten zerstören.
72) Bei der Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten ist erlaubt:
  • Milch-, Oxal-, Essigsäure
  • Ameisensäure
  • Schwefel
  • natürliche ätherische Öle (z.B. Menthol, Eukalyptol, Kampfer)
  • Bacillus thuringiensis
  • Dampf und direkte Flamme.
73) Helfen vorbeugende Maßnahmen nicht, können Tierarzneimittel verwenden werden, vorausgesetzt, dass
a) die phytotherapeutische und homöopathische Behandlung den Vorzug erhält, und
b) wenn chemisch-synthetische allopathische Tierarzneimittel gegeben werden, die Imkereierzeugnisse nicht als ökologisch erzeugt verkauft werden dürfen. Behandelte Bienenbeuten müssen isoliert werden und durchlaufen eine Umstellungszeit von einem Jahr. Das gesamte Wachs muss durch solches ersetzt werden, das diesen Richtlinien entspricht, und
c) jede tierärztliche Behandlung muss genau dokumentiert werden.
74) Die männliche Brut darf nur zerstört werden, um den Befall mit Varroa jacobsoni einzudämmen.

Bewirtschaftung

75) Der Wabenboden muss aus ökologisch erzeugtem Wachs bestehen.
76) Die Vernichtung von Bienen in den Waben als Erntemethode für Bienenprodukte ist verboten.
77) Verstümmelungen wie das Beschneiden der Flügel der Weisel sind verboten.
78) Chemisch-synthetische Repellents bei der Honiggewinnung sind verboten.
79) Es muss so wenig wie möglich geraucht werden. Erlaubte Rauchutensilien müssen natürlicher Herkunft sein oder aus Material, das den Vorschriften dieser Richtlinien genügt.
80) Empfohlen wird, die Temperaturen während der Gewinnung und Verarbeitung von Imkereierzeugnissen so gering wie möglich zu halten.

A 81 Dokumentation

81) Der Betriebsinhaber muss genaue und aktuelle Aufzeichnungen machen, wie in Anhang 3, Abs. 7, dargelegt. Der Standort aller Bienenbeuten muss in Karten eingetragen sein.

Unterabschnitt C Umgang, Lagerung, Transport, Verarbeitung und Verpackung

82) Die Integrität des ökologischen Erzeugnisses muss durch die gesamte Verarbeitungsphase hinweg gewahrt bleiben. Das geschieht durch Techniken, die für die spezifischen Merkmale der Bestandteile geeignet sind, mit sorgsamen Verarbeitungsmethoden, die die Veredelung und den Einsatz von Zusatz- und Verarbeitungshilfsstoffen einschränken. Ionisierende Strahlung darf bei ökologischen Erzeugnissen für die Schädlingsbekämpfung, die Konservierung von Lebensmitteln, die Beseitigung von Krankheitserregern oder aus hygienischen Gründen nicht verwendet werden.

Schädlingsbekämpfung

 
83) Für den Umgang mit Schädlingen und ihre Bekämpfung sind folgende Maßnahmen in der Reihenfolge ihrer Präferenz anzuwenden:
a) Vorbeugung, wie Zerstörung und Beseitigung des Lebensraumes und der Eindringungsmöglichkeiten von Schadorganismen, muss bei der Schädlingsbekämpfung an erster Stelle stehen.
b) Ist die Prävention nicht ausreichend, sind mechanisch/physikalische und biologische Methoden die erste Wahl für die Schädlingsbekämpfung.
c) Sind mechanisch/physikalische und biologische Methoden für die Schädlingsbekämpfung nicht ausreichend, dürfen Pestizidstoffe aus Anhang 2, Tabelle 2, (oder andere Stoffe, die von einer zuständigen Behörde gemäß Abschnitt 5.2 genehmigt sind) eingesetzt werden, vorausgesetzt, dass sie durch die zuständige Behörde für die Verwendung in Umschlag-, Lagerungs-, Transport- oder Verarbeitungseinrichtungen gestattet wurden, und so, dass es keine Berührung mit ökologischen Erzeugnissen gibt.

Anhänge

Titel Kurzbeschreibung Aktionen
Tabelle 2 Stoffe zur Bekämpfung von Pflanzenschädlingen und -krankheiten Download
84) Schädlinge müssen durch die gute Herstellungspraxis vermieden werden. Schädlingsbekämpfung in Lagerräumen oder Transportbehältern kann physische Sperren oder andere Behandlungen wie Akustik, Ultraschall, Licht, ultraviolettes Licht, Fallen (Pheromonfallen und stationäre Lockstofffallen), Temperaturregelung, kontrollierte Atmosphäre (Kohlendioxid, Sauerstoff, Stickstoff) und Kieselgur umfassen.
85) Die Verwendung von Pestiziden, die nicht in Anhang 2 gelistet sind, nach der Ernte oder bei Quarantäne, ist nicht zugelassen für Produkte, die im Einklang mit diesen Richtlinien hergestellt wurden und würde zum Verlust des ökologischen Status der Produkte führe.

Ziffer A1.3.86 Verarbeitung und Herstellung

 
86) Verarbeitungsmethoden müssen mechanischer, physischer oder biologischer Art sein (wie Fermentation und Räuchern) und die Verwendung nichtagrarischer Bestandteile und Zusatzstoffe laut Anhang 2, Tabellen 3 und 4, minimieren.

Anhänge

Titel Kurzbeschreibung Aktionen
Tabelle 3 Bestandteile nichtagrarischen Ursprungs gemäß Abschnitt 3 dieser Richtlinien Download
Tabelle 4 Verarbeitungshilfsstoffe, die für die Zubereitung von Erzeugnissen landwirtschaftlichen Ursprungs gemäß Abschnitt 3 dieser Richtlinien verwendet werden können Download

Verpackung


87) Verpackungsmaterial sollte vorzugsweise biologisch-abbaubar, recycliert oder wieder verwertbar sein.

Lagerung und Transport

 
88) Folgende Vorkehrungen sichern die Unversehrtheit des Produktes bei Lagerung, Transport und Handling:
a) Ökologische Erzeugnisse müssen stets vor einer Vermischung mit nichtökologischen Erzeugnissen geschützt sein.
b) Ökologische Erzeugnisse müssen stets vor dem Kontakt mit Materialien und Stoffen geschützt sein, die in der ökologischen Produktion und Verarbeitung nicht erlaubt sind.
89) Ist nur ein Teil einer Einheit zertifiziert, sind die anderen Produkte, die diesen Richtlinien nicht entsprechen, separat zu lagern und zu bewegen, und beide Arten von Erzeugnissen müssen deutlich markiert sein.
90) Schüttgutlager für ökologische Erzeugnisse müssen von den Lagern für konventionelle Produkte getrennt und dafür deutlich gekennzeichnet sein.
91) Lagerflächen und Transportbehälter für ökologische Erzeugnisse werden mit Methoden und Materialien gereinigt, die für die ökologische Wirtschaftsweise zugelassen sind. Maßnahmen zur Vorbeugung einer möglichen Kontamination durch Pestizide oder sonstige Behandlung, die nicht in Anhang 2 aufgeführt ist, sind zu ergreifen, bevor eine Lagerfläche oder ein Behältnis verwendet wird, das nicht ausschließlich ökologischen Erzeugnissen vorbehalten ist.

Abschnitt A2 Zugelassenen Stoffe für die Erzeugung ökologischer Lebensmittel

 

Vorsorgemaßnahmen


1) Alle Stoffe, die in ökologischer Wirtschaftsweise für die Düngung und Bodenverbesserung, die Schädlings- und Krankheitsbekämpfung, die Gesundheit des Tierbestandes und die Qualität der Tierprodukte oder für die Zubereitung, Konservierung und Lagerung von Lebensmitteln verwendet werden, unterliegen den entsprechenden nationalen Regularien.
2) Die Bedingungen für den Einsatz bestimmter Stoffe, die in den folgenden Listen aufgeführt werden, können durch die Zertifizierungsstelle oder –behörde festgelegt werden, z.B. Menge, Häufigkeit der Anwendung, spezieller Zweck usw.
3) Sind Stoffe für die Primärproduktion erforderlich, werden sie sorgsam eingesetzt und in dem Wissen, dass auch erlaubte Stoffe dem Missbrauch unterliegen können und das Ökosystem des Bodens oder des Betriebes verändern können.
4) Die folgenden Listen haben nicht den Anspruch, allumfassend oder exklusiv oder ein endgültiges Regularium zu sein, vielmehr bieten sie Regierungen Beratung zu international vereinbarten Einträgen. Ein System von Prüfkriterien - wie in Abschnitt 5 dieser Richtlinien vorgestellt – für Produkte, die die nationalen Regierungen in Betracht ziehen sollten, muss entscheidend für das Akzeptieren oder Ablehnen von Stoffen sein.

Anhänge

Titel Kurzbeschreibung Aktionen

Absatz A2.1.5 Tabelle 1: Stoffe für die Düngung und Verbesserung des Bodens

 

Anhänge

Titel Kurzbeschreibung Aktionen
Tabelle 1 Stoffe für die Düngung und Verbesserung des Bodens Download

Absatz A2.1.6 Tabelle 2: Stoffe zur Bekämpfung von Pflanzenschädlingen und -krankheiten

 

Anhänge

Titel Kurzbeschreibung Aktionen
Tabelle 2 Stoffe zur Bekämpfung von Pflanzenschädlingen und -krankheiten Download

Absatz A2.1.7 Tabelle 3: Bestandteile nichtagrarischen Ursprungs gemäß Abschnitt 3 dieser Richtlinien

 

Anhänge

Titel Kurzbeschreibung Aktionen
Tabelle 3 Bestandteile nichtagrarischen Ursprungs gemäß Abschnitt 3 dieser Richtlinien Download

Absatz A2.1.8 Tabelle 4: Verarbeitungshilfsstoffe, die für die Zubereitung von Erzeugnissen landwirtschaftlichen Ursprungs gemäß ...

 

Anhänge

Titel Kurzbeschreibung Aktionen
Tabelle 4 Verarbeitungshilfsstoffe, die für die Zubereitung von Erzeugnissen landwirtschaftlichen Ursprungs gemäß Abschnitt 3 dieser Richtlinien verwendet werden können Download

Abschnitt A3 Anhang 3: Mindestanforderungen an Kontroll - und Vorsichtsmassnahmen im Rahmen des ...


A3.1.1) Kontrollmaßnahmen sind über die ganze Lebensmittelkette erforderlich um zu prüfen, dass die gemäß Abschnitt 3 dieser Richtlinien gekennzeichneten Produkte mit der international vereinbarten Praxis übereinstimmen. Die offizielle oder offiziell anerkannte Zertifizierungsstelle oder –behörde und die zuständige Behörde legen eine Politik und Vorgehensweise im Einklang mit diesen Richtlinien fest.
A3.1.2) Von entscheidender Bedeutung ist, dass die Kontrollstelle Zugang zu allen schriftlichen und/oder dokumentarischen Aufzeichnungen und zu dem Betrieb hat, der in dieses Kontrollsystem fällt. Der der Kontrolle unterliegende Betriebsinhaber muss der zuständigen oder beauftragten Behörde auch Zutritt gewähren und jede erforderliche Information für eine Überprüfung durch Dritte geben.

Unterabschnitt A3.2 Produktionseinheiten


A3.2.03) Die Herstellung nach diesen Richtlinien findet in einer Einheit statt, in der die Bodenparzellen, Produktionsflächen, Gebäude und Lager für Pflanzenbau und Tierhaltung eindeutig von denen anderer Einheiten getrennt sind, die nicht nach diesen Richtlinien produzieren; Zubereitungs- und/oder Verpackungsbereiche können Teil der Einheit sein, wenn sich diese Tätigkeit auf die Zubereitung und Verpackung der eigenen landwirtschaftlichen Erzeugnisse beschränkt.
A3.2.04) Wird das Kontrollverfahren zum ersten Mal durchgeführt, erarbeiten der Betriebsinhaber und die offizielle oder offiziell anerkannte Zertifizierungsstelle oder –behörde ein Dokument, das beide unterschreiben und das enthält:
A3.2.04.1) die vollständige Beschreibung der Betriebseinheit und/oder der Sammelflächen mit Ausweis der Lager- und Produktionsstätten und der Bodenparzellen und, sofern zutreffend, der Stätten, an denen Zubereitungs- und/oder Verpackungstätigkeiten ausgeführt werden;
A3.2.04.2) und, im Falle des Sammelns von Wildkräutern, gegebenenfalls Garantien von Dritten, die der Erzeuger vorlegen kann um zu sichern, dass die Bestimmungen aus Anhang 1, Abs. 10, erfüllt sind;
A3.2.04.3) alle praktischen Maßnahmen, die auf Betriebsebene getroffen werden müssen, um die Einhaltung dieser Richtlinien zu sichern;
A3.2.04.4) der Zeitpunkt, an dem auf den betreffenden Bodenparzellen bzw. Sammelgebieten letztmalig Produkte eingesetzt worden sind, deren Verwendung nicht mit Abschnitt 4 dieser Richtlinien vereinbar ist;
A3.2.04.5) eine Verpflichtung des Betriebsinhabers, gemäß der Abschnitte 3 und 4 zu wirtschaften und bei Verstößen Maßnahmen nach Abschnitt 6, Abs. 9, dieser Richtlinien zu akzeptieren.
A3.2.05) Der Betriebsinhaber setzt die offizielle oder offiziell anerkannte Zertifizierungsstelle oder -behörde jedes Jahr vor dem Zeitpunkt, den die Zertifizierungsstelle oder -behörde benennt, von seiner Planung der pflanzlichen und tierischen Erzeugnisse in Kenntnis und schlüsselt sie nach Parzelle/Herde oder Bienenstock auf.
A3.2.06) Schriftliche Aufzeichnungen bzw. Buchführungen sind aufzubewahren, die die offizielle oder offiziell anerkannte Zertifizierungsstelle oder –behörde in die Lage versetzen, den Ursprung, die Art und die Mengen aller gekauften Rohstoffe und die Verwendung dieser Materialien nachzuverfolgen; außerdem sind alle schriftlichen Aufzeichnungen bzw. Buchführungen über die Art, die Mengen und Empfänger aller verkauften landwirtschaftlichen Erzeugnisse aufzubewahren. Mengen, die direkt an den Endverbraucher verkauft werden, sind vorzugweise taggleich zu erfassen. Verarbeitet die Betriebseinheit die landwirtschaftlichen Erzeugnisse selbst, müssen die Bücher die unter B2, dritter Anstrich, dieses Anhangs geforderten Informationen enthalten.
A3.2.07) Der gesamte Tierbestand muss einzeln gekennzeichnet sein oder, im Falle von Kleinsäugern oder Geflügel, nach Herde oder bei Bienen nach Bienenbeute. Schriftliche Aufzeichnungen bzw. das Führen von Büchern muss jederzeit das Auffinden von Tieren und der Bienenvölker innerhalb des Systems ermöglichen und eine geeignete Rückverfolgbarkeit bei einem Audit gestatten. Der Betriebsinhaber muss genaue und aktuelle Aufzeichnungen machen über:
A3.2.07.1) Zucht bzw. Herkunft der Tiere;
A3.2.07.2) Registrierung aller Zukäufe;
A3.2.07.3) den Gesundheitsplan für Prävention und Management bei Krankheit, Verletzung und Fortpflanzungsproblemen;
A3.2.07.4) alle Behandlungen und verabreichten Medikamente, gleich zu welchem Zweck, einschließlich Quarantänezeiten und Kennzeichnung der behandelten Tiere oder Bienenbeuten;
A3.2.07.5) Fütterung und die Herkunft des Futters;
A3.2.07.6) Bewegung des Tierbestands innerhalb der Betriebseinheit und Bewegungen der Bienenbeuten innerhalb der ausgewiesenen Trachtangebotsflächen, wie auf Karten gekennzeichnet;
A3.2.07.7) Transport, Schlachtung bzw. Verkäufe.
A3.2.07.8) Gewinnung, Verarbeitung und Lagerung aller Imkereierzeugnisse
A3.2.08) In der Betriebseinheit ist das Lagern von Zufuhrstoffen, die nicht unter Abs. 4.1 (b) dieser Richtlinien fallen, verboten.
A3.2.09) Die offizielle oder offiziell anerkannte Zertifizierungsstelle oder –behörde sichert, dass mindestens einmal jährlich eine vollständige physische Kontrolle der Betriebseinheit durchgeführt wird. Proben zum Untersuchen von Produkten, die nicht in diesen Richtlinien aufgeführt sind, können genommen werden, wenn ihre Verwendung verdächtig erscheint. Nach jedem Besuch muss ein Kontrollbericht angefertigt werden. Zusätzliche gelegentliche unangekündigte Besuche sollten ebenfalls stattfinden, je nach Bedarf oder dem Zufallsprinzip.
A3.2.10) Der Betriebsinhaber gibt der Zertifizierungsstelle oder –behörde für die Kontrolle Zugang zu den Lager- und Produktionsstätten und zu den Parzellen sowie zu den Büchern und relevanten erläuternden Unterlagen. Der Betriebsinhaber gibt der Kontrollstelle auch alle Informationen, die sie für die Kontrollzwecke benötigt.
A3.2.11) Erzeugnisse gemäß Abschnitt 1 dieser Richtlinien, die nicht für den Endverbraucher verpackt sind, sind so zu transportieren, dass einer Kontamination oder dem Austauschen des Inhalts durch Stoffe oder Produkte vorgebeugt wird, die nicht mit diesen Richtlinien vereinbar sind, und müssen, unbeschadet aller anderen gesetzlich geforderten Angaben folgende enthalten:
  • Name und Anschrift der Person, die für die Erzeugung oder Zubereitung des Produktes verantwortlich ist;
  • Name des Produktes und
  • dass das Erzeugnis einen ökologischen Status hat.
A3.2.12) Bewirtschaftet ein Betriebsinhaber mehrere Produktionseinheiten auf demselben Gebiet (Parallelanbau), so werden die Produktionseinheiten in dem Gebiet, in dem keine der unter Abschnitt 1 fallenden Pflanzen und Pflanzenprodukte angebaut werden, ebenfalls in die Kontrollen einbezogen, wie sie die Anstriche von Abs. 4 und die Absätze 6 und 8 oben vorsehen. In diesen Einheiten dürfen nicht dieselben Pflanzensorten wie in der Einheit angebaut werden, auf die sich der obige Abs. 3 bezieht:
  • Gestattet die zuständige Behörde Abweichungen, muss die Behörde die Produktionsarten und die Umstände festlegen, für die die Abweichungen gelten, sowie zusätzliche Kontrollvorschriften, wie unangemeldete Betriebsbesichtigungen, zusätzliche Kontrollen während der Ernte, zusätzliche Aufzeichnungsvorschriften, eine Bewertung des Fähigkeit des Betriebsinhabers, Vermischungen zu vermeiden usw., die umgesetzt werden müssen.
  • Bis zu einer Überarbeitung dieser Richtlinien gemäß Abschnitt 8 können Mitgliedsländer Parallelanbau derselben Sorte zulassen, selbst wenn sie sich nicht unterscheidet, sofern geeignete Kontrollmaßnahmen ergriffen werden.
A3.2.13) Bei ökologischer Tierhaltung muss der Tierbestand aus derselben Produktionseinheit nach den Regeln aufgezogen werden, die in diesen Richtlinien enthalten sind. Doch kann sich ein Tierbestand, der nicht nach diesen Richtlinien aufgezogen wurde, in der ökologischen Haltung befinden, sofern er deutlich von dem Tierbestand getrennt ist, der nach diesen Richtlinien gehalten wird. Die zuständige Behörde kann restriktivere Maßnahmen, wie zum Beispiel unterschiedliche Arten, vorschreiben.
A3.2.14) Die zuständige Behörde kann zulassen, dass Tiere, die nach den Bestimmungen dieser Richtlinien gehalten werden, auf gemeinsam genutztem Land grasen, vorausgesetzt, dass:
A3.2.14.1) dieses Land mindestens drei Jahre lang nur mit Erzeugnissen gemäß Abschnitt 4.1. (a) und (b) dieser Richtlinien behandelt wurde;
A3.2.14.2) eine klare Trennung zwischen den Tieren geschaffen werden kann, die nach den Bestimmungen dieser Richtlinien gehalten werden, und den anderen Tieren.
A3.2.15) Für die tierischen Erzeugnisse sichert die zuständige Behörde, dass unbeschadet der anderen Bestimmungen in diesem Anhang Kontrollen in allen Phasen der Herstellung und Zubereitung bis hin zum Verkauf an den Verbraucher dafür sorgen, soweit technisch möglich, dass die Tiere und die tierischen Erzeugnisse aus der Tierhaltungseinheit über die Verarbeitung und jede weitere Zubereitung hinweg bis hin zur Verpackung bzw. Etikettierung rückverfolgbar sind.

Unterabschnitt A3.3 Aufbereitungs- und Verpackungseinheiten

A3.3.1) Der Erzeuger bzw. Betriebsinhaber legt vor:
  • eine vollständige Beschreibung der Einheit, die die Einrichtungen für die Aufbereitung, Verpackung und Lagerung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse vor und nach den sie betreffenden Arbeitsschritten ausweist;
  • alle praktischen Maßnahmen, die auf Betriebsebene getroffen werden, um die Einhaltung dieser Richtlinien zu sichern.
Diese Beschreibung und die entsprechenden Maßnahmen werden vom Leiter der Einheit und der Zertifizierungsstelle unterschrieben.
Der Bericht enthält die Verpflichtung des Betriebsinhabers, die Arbeitsschritte so auszuführen, dass sie Abschnitt 4 dieser Richtlinien erfüllen und bei Verstößen die Umsetzung von Maßnahmen gemäß Abs. 6.9 dieser Richtlinien zu akzeptieren, was durch beide Parteien gegenzuzeichnen ist.
A3.3.2) Bücher sind zu führen, die es der Zertifizierungsstelle oder -behörde ermöglichen zurückzuverfolgen:
  • Herkunft, Art und Mengen der landwirtschaftlichen Erzeugnisse gemäß Abschnitt 1 dieser Richtlinien, die an die Einheit geliefert wurden;
  • Art und Menge und Empfänger der Erzeugnisse gemäß Abschnitt 1 dieser Richtlinien, die die Einheit verlassen haben;
  • alle weiteren Informationen, wie Herkunft, Art und Mengen der Zutaten, Zusatzstoffe und Herstellungshilfsstoffe, die an die Einheit geliefert wurden, und Zusammensetzung der verarbeiteten Erzeugnisse, die die Zertifizierungsstelle oder –behörde für eine ordnungsgemäße Kontrolle der Arbeitsschritte benötigt.
A3.3.3) Im Falle von Erzeugnissen, die nicht Abschnitt 1 dieser Richtlinien unterliegen und ebenfalls in der Einheit verarbeitet, verpackt oder gelagert werden:
  • innerhalb der Stätten muss die Einheit separate Flächen für die Lagerung von Erzeugnissen gemäß Abschnitt 1 dieser Richtlinien vor und nach diesen Arbeitsschritten haben;
  • müssen die Arbeitsschritte hintereinander erfolgen, bis der gesamte Ablauf beendet ist, räumlich und zeitlich getrennt von ähnlichen Arbeitsschritten bei Erzeugnissen, die nicht unter Abschnitt 1 dieser Richtlinien fallen;
  • werden diese Arbeitsschritte nicht regelmäßig durchgeführt, müssen sie innerhalb einer zu vereinbarenden Frist der Zertifizierungsstelle oder –behörde im Voraus angezeigt werden;
  • alle Maßnahmen müssen ergriffen werden, um die Identifizierung der Partien zu sichern und Vermischungen mit Erzeugnissen zu vermeiden, die nicht auf der Grundlage der Vorschriften aus diesen Richtlinien erlangt wurden.
A3.3.4) Die offizielle oder offiziell anerkannte Zertifizierungsstelle oder –behörde sichert, dass mindestens einmal jährlich eine vollständige physische Kontrolle der Betriebseinheit durchgeführt wird. Proben zum Untersuchen von Produkten, die nicht in diesen Richtlinien aufgeführt sind, können genommen werden, wenn ihre Verwendung verdächtig erscheint. Nach jedem Besuch muss ein Kontrollbericht angefertigt werden, den der Leiter der kontrollierten Einheit unterschreibt. Zusätzliche gelegentliche unangekündigte Besuche sollten ebenfalls stattfinden, je nach Bedarf oder dem Zufallsprinzip.
A3.3.5) Der Betriebsinhaber gibt der offiziellen oder offiziell anerkannten Zertifizierungsstelle oder –behörde für die Kontrolle Zugang zu der Einheit sowie zu den Büchern und relevanten erläuternden Unterlagen. Der Betriebsinhaber gibt der Kontrollstelle auch alle Informationen, die sie für die Kontrollzwecke benötigt.
A3.3.6) Es gelten die Vorschriften über den Transport, wie in Abs. A.10 dieses Anhangs dargelegt.
A3.3.7) Bei Eingang eines Erzeugnisses gemäß Abschnitt 1 dieser Richtlinien prüft der Betriebsinhaber:
  • dass die Verpackung oder der Behälter, wo erforderlich, verschlossen ist;
  • das Vorhandensein der Angabe gemäß A.10 dieses Anhangs. Das Ergebnis dieser Prüfung muss in den Büchern gemäß B.2 ausdrücklich erscheinen. Gibt es Zweifel daran, ob das Erzeugnis gemäß dem Produktionssystem nach Abschnitt 6 dieser Richtlinien geprüft werden kann, muss es ohne die Angabe eines Verweises auf die ökologische Herstellungsweise auf den Markt gebracht werden.

Unterabschnitt A3.4 C. Importe

Einfuhrländer erarbeiten geeignete Kontrollvorschriften für die Kontrolle des Importeurs und der importierten ökologischen Erzeugnisse.